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Kirche in WDR 2 | 21.10.2015 | 05:55 Uhr

Scheidungsmesse

Scheidungsmesse

Hochzeitsmessen kennt jeder. Aber wussten Sie, dass es auch eine Scheidungsmesse gibt? Ich finde das irgendwie seltsam. Vor einem halben Jahr jedenfalls strömten Trennungswillige in die Dortmunder Westfalenhalle, um sich in Sachen Scheidung und Neuanfang Hilfe zu holen. Etliche Anwaltskanzleien haben sich vorgestellt, Privatdetektive, Firmen, die Vaterschaftstests durchführen, Zahnärzte und Schönheitschirurgen, Stylisten, Sport-Oasen, Dating-Portale und sogar Wahrsager.

Ob die wohl alle dabei helfen können, dass der Schmerz bald vorbei ist und die Partner in Frieden ein neues Leben beginnen können? Ich bezweifle das. Manche Dienstleister klingen eher so, als könnte man sich da erst recht für den Rosenkrieg bewaffnen. Und andere wollen offensichtlich bei Äußerlichkeiten nachhelfen, damit sich der neue Single wieder wohl in seiner Haut fühlt: Sport, eine neue Frisur oder sogar Schönheitskorrekturen. Das soll das Selbstvertrauen wiederherstellen. ES wollen also viele mitverdienen am Leid unglücklicher Menschen.

Ich glaube, Menschen, deren Beziehung zerbrochen ist, brauchen vor allem jemanden, der ihnen zuhört. Oft verschwindet aber nach einer Trennung nicht nur der Partner aus dem eigenen Leben, sondern auch viele Freunde. Als Paar hatte man gemeinsame Freunde, jetzt nicht mehr. In der Regel entscheiden sich die Freunde für die eine oder andere Seite. Mit einem Mal ist kaum noch ein enger Freund übrig, dem man sich anvertrauen kann. Jemanden zu finden, der wirklich zuhört, ist nicht leicht. Wenn doch, ist das ein großes Glück.

Ein Geschiedener hat mir mal Jahre nach seiner Trennung gesagt, er hätte sich nicht so schnell scheiden lassen sollen. Er liebte seine Frau trotz allem und bereute es, nicht um sie gekämpft zu haben. Sie war immer noch die Frau seines Lebens. Nur hatte er ihr das nie gesagt. An einer Beziehung zu arbeiten, ist meistens schwerer als Schluss zu machen. Aber in diesem Fall hätte es sich bestimmt gelohnt.

Vielleicht sollte es nicht nur eine Scheidungsmesse geben, sondern auch eine Messe für alle, die ihre Beziehung noch nicht aufgeben wollen. Die nur verlernt haben, sich gegenseitig zu sagen, was sie aneinander haben. Da könnten die Paare dann auf Menschen treffen, die ihnen sagen, wie sie aus der Krise herausgefunden haben. Oder sie lernen Profis kennen, die ihnen helfen, sich in vertrauensvoller Atmosphäre auszusprechen. Das wäre doch ein wichtiger Service!

Das Problem an einer solchen – ich sag mal – Beziehungsmesse wäre: Da wird man nicht viel dran verdienen können. Aber gewinnen würde manches Paar: All diejenigen, die dann später nicht bereuen, dass sie die Liebe ihres Lebens vorschnell aufgegeben haben.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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