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Kirche in WDR 3 | 20.09.2018 | 07:50 Uhr

Schutz

Guten Morgen, liebe Hörer und Hörerinnen.

Angst zu haben, das ist normal. „Wo der Mensch Angst gar nicht mehr kennt,“ sagt die Benediktinerin Corona Bamberg, „da wird er beängstigend; er hört auf Mensch zu sein.“ Angst gehört also zu unserem Menschsein mit all seinen Unwägbarkeiten. Nur wer Angst hat, kann auch tapfer sein, indem er sich der Angst stellt. Dadurch ist die Angst nicht weg, aber wir müssen ihr nicht erlauben, uns zu lähmen und das Leben zu verhindern. Allerdings braucht es dazu ein wenig Vertrauen in eine Art von Schutz, der uns hält.

Das Bedürfnis nach Schutz steckt tief in uns. Und nicht umsonst verkaufen Versicherungen Schutzbriefe gegen alles möglich für teures Geld. Aber das einzige, was sie können ist, hinterher den Schaden zu begrenzen. Wie aber können wir uns schützen – vor unberechenbaren Machthabern, die die ganze Welt in Schutt und Asche legen könnten; vor Grausamkeit und Gewalt, vor Krankheit, Verlassenheit und Abhängigkeit in Alter und Kindheit? Und Sie können diese Liste noch fortsetzen. Was also bietet Schutz?

Darum geht es im ersten Band der Harry Potter-Erzählung von J.K.Rowling. In Märchengestalt deutet sie eine uralte Grundsehnsucht märchenhaft aus. Und dabei geht es um den großen Kampf zwischen Gut und Böse und um den kleinen Harry Potter. Als er ein Jahr alt war, hatte der böse Zauberer Voldemort seine Familie aufgespürt, die sich aktiv im Widerstand gegen ihn einsetzten. Der dunkle Lord, wie er auch genannt wird, will den Kleinen mit einem Zauberspruch töten. Da stellt sich die Mutter vor das Kind und bittet ihn, doch sie selbst zu töten, nicht das Kind. Voldemort lacht und tötet sie, um dann das Kind umzubringen. Doch da geschieht etwas für ihn und alle anderen auch völlig Unbegreifliches: der tödliche Fluch prallt an dem Jungen ab und trifft ihn selbst, der anschließend körperlos, machtlos in Verstecken wartet, dass er seine Macht zurückfindet. Das Einzige, was der Junge zurückbehielt, war die Narbe, die ihm alle Bücher hindurch noch Kummer bereiten wird.

Erst viel später wird der Grund offenbar: Was Harry mit einem Schutz versehen hat, war die Liebe der Mutter, die sich vor das Kind stellt und sich für ihren Sohn töten lässt. Diesen Schutz kann das Böse nicht durchdringen. Denn, so macht es J.K.Rowling märchenhaft klar: Liebe ist etwas, was der Böse nicht kennt.

Heute ist Weltkindertag. Und ich dachte, heute sei es wert, diese Geschichte von Schutz zu erzählen. Denn: Liebe zu erfahren ist ein mächtiger Schutz in den Ängsten des Lebens. Gläubige Menschen stellen sich ihren Ängsten im Vertrauen auf die Liebe Gottes. Nicht umsonst spricht die Bibel uns immer wieder zu: „Fürchte dich nicht!“. Manche sagen sogar, es stehe so oder so ähnlich genau 356 mal in der Bibel. Ein Zuspruch für jeden Tag.

Wenn die Bibel uns zuspricht: Fürchte dich nicht!, dann spricht sie uns zugleich den Schutz der Liebe Gottes zu. Wohl gemeint: Wer glaubt, der weiß: Vor aller Not – da werde ich nicht bewahrt. Aber in der Not, da bin ich von Gottes Liebe getragen. Seine Liebe ist ein Schutz, den uns niemand nehmen kann.

Dass Sie sich heute in diesem Schutz geborgen wissen, wünscht Ihnen Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

* Corona Bamberg, In deiner Größe bin ich groß. Vom Sinn-Geheimnis des Menschen, Würzburg 1980, S. 17.

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