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Kirche in WDR 2 | 22.02.2018 | 05:55 Uhr

Schwäche zeigen

Wenn Lehrer Theater machen, finden Schüler das toll – solange es auf der Bühne passiert. An der Schule meines Sohnes gibt es seit fast 40 Jahren ein Lehrertheater. Dieses Jahr haben die Lehrer eine Horrorkomödie als Musical zum Besten gegeben und die Schüler und wir Eltern haben uns köstlich amüsiert. Natürlich besteht immer die Gefahr, sich zu blamieren: Der Sportlehrer singt schief, der Deutschlehrer legt eine Tanzeinlage aufs Parkett, die Referendarin singt ein Solo und verliebt sich im Stück in den Hauptdarsteller. Einige Schüler zücken ihre Handys und filmen die peinlichsten Szenen. Später machen die Videos dann die Runde.

Warum sich die Lehrer das freiwillig antun? Sie machen das, um zu zeigen: Auch wir Lehrer sind nicht perfekt. Genauso wie die Schüler oft ins kalte Wasser geworfen werden, setzen sie sich mutig der Kritik aus und nehmen das mit Humor. Wer über sich selbst lachen kann, ist nicht so verletzlich.

Heute ist der „Behaupte-dich-gegen-Mobbing-Tag“. Der geht auf zwei Studenten zurück, die sich für einen gemobbten Kommilitonen eingesetzt haben. Weltweit rufen heute Schulen, Unternehmen und Organisationen dazu auf, sich gegen Mobbing stark zu machen.

Ich finde: Das Lehrertheater ist ein tolles Beispiel, um Mobbing vorzubeugen. Denn jeder macht mal etwas, worüber andere lachen können. Auch im Berufsleben ist Fehlerkultur wichtig. Es gibt Chefs, die nur von ihren Erfolgen sprechen und solche, die geradeheraus ihre Misserfolge preisgeben. Letztere bewundere ich. Denn sie machen sich nur scheinbar angreifbar. In Wirklichkeit sind sie starke Persönlichkeiten, die anderen Mut machen und ihnen genauso Fehler zugestehen wie sich selbst. Sie nehmen nicht für sich in Anspruch, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, sondern sind offen für Argumente. So bekommen Ideen mehr Raum und Mobber schlechte Chancen.

Das erinnert mich an Paulus, der seiner Gemeinde in Korinth erklärt, warum er sich gerade seiner Schwachheit rühmt: „Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

Wenn ich mal wieder total danebengelegen habe und deshalb deprimiert bin, dann tröstet mich der Gedanke an das Lehrertheater. Inzwischen hat sich die Schadenfreude bei den Schülern gelegt. Heute erzählen sie anerkennend davon. Sie sind stolz darauf, so coole Lehrer zu haben. In Sachen „Schwäche zeigen“ sind sie echte Vorbilder.

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