#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr4 

katholisch

Sonntagskirche | 05.10.2014 | 08:55 Uhr

Schwein gehabt und Gott gedankt

Schwein gehabt – denke ich und fühle mich erleichtert. Ich im Auto – auf der A 43 – ich fahre zu nah auf meinen Vordermann auf. Der muss bremsen. Ich natürlich auch. Nichts passiert. Es ist noch einmal gut gegangen. Buuh ! - Schwein gehabt!

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer.

Wenn ich mit heiler Haut aus einer Notsituation herauskomme, dann sage ich manchmal reflexartig: Schwein gehabt.

In Wirklichkeit aber will ich sagen: Gott sei Dank. Gott sei Dank, dass es nicht gekracht hat auf der A 43.

Oder: Gott sei Dank, dass die Prostatauntersuchung gut verlaufen ist.

Gott sei Dank, dass ich täglich satt werde, dass ich Freunde habe, dass ich in einem sinnvollen Beruf Dienst tun kann.

Gott sei Dank: ich will, was mich leben und aufleben lässt nicht mit einem Schwein in Verbindung bringen, sondern mit dem unendlichen Geheimnis, dass wir Gott nennen.

Gott sei Dank – ja: Gott möchte ich meinen Dank sagen. Ich kann mir nicht selbst dankbar sein.

Aber ehrlich gestanden: oft bleibt bei mir der Dank auf der Strecke. Weil ich vieles für selbstverständlich nehme oder weil mein Blick zur sehr fixiert ist auf das Negative.

Ich rege mich auf über das Haar in der Suppe und übersehe dabei das Schöne, Erfreuliche und Dankeswerte.

Übrigens: Die dankbarsten Menschen erlebe ich in Trauergesprächen.

Wenn mir jemand zur Vorbereitung der Beerdigung etwas über den Menschen erzählt, den er verloren hat: „Was bin ich doch meinem Mann dankbar, dass wir so viele Jahre gemeinsam durch dick und dünn gegangen sind.“ – „ Was hat meine Frau alles für mich und unserer Familie getan ….“

Schade, wenn der Dank erst ausgesprochen wird, wenn der andere bereits tot im Sarg liegt.

Ich möchte heute und in den nächsten Tagen meinen Blick trainieren für das Dankeswerte in meinem Leben und diesen Dank auch aussprechen lernen. Bevor es zu spät ist.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar, es sind die Dankbaren die glücklich sind“ hat einmal der englische Staatsmann Francis Bacon geschrieben. Manchmal merke ich: Das stimmt!

Heute ist Erntedanksonntag. Heute will ich bewusst Gott Dank sagen für alles, was mich leben lässt.

Nicht nur für Äpfel und Kartoffeln.

Heute will ich ihm danken für alles, was im Laufe der Jahre herangereift ist in meinem Leben an Selbstvertrauen – an Vertrauen zu anderen und an Vertrauen, das andere mir schenken – an Freundschaft, Zuneigung und Liebe.

Heute will ich ihm auch Dank sagen für das, was stark geworden ist in meinem Leben durch Not und Leid.

Kurzum: ich will ihm heute Dank sagen für all das, was mich leben lässt.

Gott braucht nicht meinen Dank. Für mich ist es wohltuend, mich als Beschenkter zu wissen. Als einen, dem Gott Gutes getan hat.

Erntedanksonntag ist heute. - Heute sage ich nicht: „Schwein gehabt…“ heute sage ich ganz bewusst Erntedank – Gott sei Dank!

Ihnen allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag - mit Dankbarkeit im Herzen für Ihre Lieben und mit Dankbarkeit Gott gegenüber.

Ihr

Klemens Schneider

Pfarrer in Senden

Copyright Vorschaubild: Oxfordian Kissuth CCBY-SA 3.0 flickr

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen