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Kirche in WDR 4 | 29.05.2015 | 08:55 Uhr

"Segen up padje"

Guten Morgen, wie vielen Menschen werden Sie heute begegnen?! Und wenn Sie sich begegnen: Wie werden Sie einander begrüßen und mit welchen Worten werden Sie sich voneinander verabschieden?

„Auf Wiedersehen“ sagen wir - das klingt gut, verheißungsvoll. Da spricht die Hoffnung auf eine neue Begegnung in der Zukunft - ein Wiedersehen eben. Und bei vielen Menschenfreue ich mich darauf, dass unsere Begegnung Zukunft hat, dass sie nicht abgebrochen wird, sondern nur unterbrochen: „Auf Wiedersehen!“

Wie anders klingt da „Lebe wohl!“ - eigentlich ja auch ein schöner Wunsch: ich möge noch ein gutes Leben haben, mir möge es wohlergehen. Aber es scheint bei diesem Abschied, ich muss es nun ohne mein Gegenüber leben. Es fehlt die Verheißung des Wiedersehens.

Lange Zeit mochte ich auch den Abschiedsgruß „Tschüs“ nicht besonders leiden. „Tschüs“- was sagt das schon? Bis ich gelernt habe: „Tschüs“ oder in der rheinischen Variante „Tschö“ stammt vom spanischen „adios“ ab. Oder auch vom französischen „adieu“. Das heißt übersetzt „Bei Gott“; im Lateinischen bedeutet es eigentlich „zu Gott hin“. Mögest du bei Gott sein; mögen dich deine Wege zu Gott führen. So ist „Tschüs“ doch ein sehr schöner Wunsch zum Abschied: Da wünscht mir jemand, dass ich mit meinem Leben in der Nähe Gottes bleiben möge oder besser: Dass Gott in meiner Nähe bleiben möge. Da wird der Abschied zu etwas, das sich nicht nur zwischen zwei Menschen abspielt. Ein Dritter kommt beim Abschied nehmen mit ins Spiel - Gott selbst.

Ein besonders schöner Abschiedsgruß ist mir einmal in meiner alten Heimat Ostfriesland begegnet. Da verabschiedete sich jemand nach dem Gottesdienst von mir in Plattdeutsch und sagte: „Segen up Padje!“

Mich haben diese Worte berührt „Segen up Padje“ – „Segen auf dem Weg.“ Da wünscht mir jemand Gottes Segen nicht zum Geburtstag oder aus anderem besonderen Anlass, sondern einfach so für meinen Weg, der vor mir liegt, in den Alltag hinein. Und er hat es mir nicht nur gewünscht, sondern fast schon zugesprochen: „Segen up Padje“ - „Segen auf dem Weg“. Das hat mir gutgetan.

Wenn wir uns Gottes Segen wünschen oder zusprechen, dann schwingt da ganz viel mit. Für die Menschen der Bibel beinhaltete der Segen etwas ganz Praktisches und Handfestes. Gesegnet zu sein, das bedeutete auch: Ich habe, was ich zum Leben brauche. Es bedeutete: Meine Arbeit ist nicht umsonst. Sie trägt Früchte.

Und etwas anderes ganz Wichtiges gehörte dazu: Die Gewissheit: Ich bin, ich werde bewahrt. „Segen auf deinem Weg“: Das meint: Gott möge auf dich aufpassen, auf den Wegen, die du heute gehst. Am Ende jedes Gottesdienstes sprechen wir einander den Segen Gottes zu: „Der Herr segne dich und behüte dich!“

Und dann sagen wir: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir!“ Was für ein guter Zuspruch: Gott, der Herr, lasse dich nicht aus den Augen. Wo du auch sein wirst in der Nähe oder in der Ferne, zu Hause oder unterwegs, Gott verliere dich nicht aus den Augen. Sein freundlicher Blick begleite dich, wohin du auch gehst. Und unter diesem freundlichen Blick, mögen die Dinge gut werden in deinem Leben - mag dir gelingen, was du tust.

Das wünsche ich Ihnen für den Tag, der nun vor uns liegt. In diesem Sinne: „Segen up Padje“ - Segen auf Ihrem Weg! Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.

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