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Kirche in WDR 2 | 07.01.2017 | 05:55 Uhr

Selber denken!

Meinungsmache im Netz, Hetze und Falschmeldungen, Manipulation und Wahlbeeinflussung. All das gibt es in den sozialen Medien. Einzelne Politiker haben schon gegen Facebook geklagt, bis bestimmte Falschmeldungen wieder entfernt wurden. Ein riesen Thema im Wahljahr 2017. Doch ob wir einer bestimmten Meinungsmache hinterherlaufen, das liegt nicht nur an Facebook, es liegt auch an uns, den Nutzern. Das Netz merkt, was ich lese und was mir gefällt, und schlägt mir deshalb genau das wieder vor. Wer zum Beispiel eher grün denkt, bekommt lauter Meldungen vorgeschlagen, die ihn darin bestätigen. Einschließlich der Werbung für den Biomarkt um die Ecke. Und wer einmal angefangen hat, rechtspopulistische Seiten zu verfolgen, kriegt immer mehr davon. Auf einmal ist das eigene Denken ziemlich eingeschränkt. Gerade die Populisten wissen das zu nutzen. Viele ihrer Anhänger sind sich bald sicher: Die Welt ist nur so, wie wir sie sehen.

Was tun? Wenn ich Zug fahre, hole ich mir jedes Mal eine andere Zeitung: Mal die Süddeutsche, mal die TAZ aus Berlin, mal den Kölner Express, mal die Frankfurter Allgemeine. Denn ich will nicht nur lesen, was ich sowieso auf dem Tablet abonniert habe. Ich möchte meinen Horizont erweitern, mal etwas Neues erfahren und eine andere Sicht einnehmen als meine eigene.

Wir haben in den Medien zum Glück eine riesige Vielfalt. Ein und dieselbe Nachricht kommt mit völlig unterschiedlichen Überschriften daher. Jedes Mal gibt es eine andere Tendenz in der Berichterstattung. Wer seinen Kopf benutzt, kann das erkennen. Auch sogenannte „Fake News“, die Falschmeldungen im Netz, kann man entlarven. Noch bevor Facebook selbst etwas tut. Auf seriösen Nachrichtenseiten wie tagesschau- oder heute.de gibt’s schon Anleitungen dazu. Ich möchte auch, dass die Jugendlichen in der Schule lernen, kritisch mit den verschiedenen Quellen im Netz umzugehen.

Als Christ will ich politisch mitreden. Deshalb lese ich nicht nur die Bibel, sondern verfolge auch die Medien. Was ich am Bahnhof mit der Zeitung mache, mach ich auf Facebook genauso: Ich like jetzt Seiten, die mir zwar persönlich nicht gefallen, deren Nachrichten ich aber mal wahrnehmen will. Dann erfahre ich lauter interessante Sachen und auch mein Denken wechselt mal die Richtung. Von links nach rechts und wieder zurück. So bleibe ich kritisch, verstehe besser, was andere denken, kann meine eigene Meinung überprüfen – und manchmal sogar ändern. So ist es gut.

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