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Kirche in WDR 5 | 10.01.2014 | 06:55 Uhr

Sich einfach mal was trauen

Da habe ich neulich ein Interview mit einer meiner Lieblingssängerinnen gelesen. Katie Melua heißt sie. Sie sagt: "Wer ständig in Furcht lebt, verpasst auch all die guten Dinge."1 Das finde ich auch. Zuviel Angst im Leben ist einfach nicht gut.

Manchmal haben wir Angst, dass etwas passieren könnte. Dass wir uns verletzen könnten. Und dann lassen wir Dinge sein, die uns eben zu gefährlich erscheinen. Oft ist das gut. Es ist gut, die eigenen Grenzen zu kennen. Ich würde niemals mit 200 km/h Motorrad fahren. Oder die Eiger Nordwand allein und ohne Seil hochklettern. Hier ist Angst richtig.

Manchmal aber malen wir uns die schlimmsten Dinge aus. Was alles passieren könnte. Und dann lassen wir die Sachen, die uns eigentlich reizen. Ich kenne da zum Beispiel einen Menschen, der würde nie in ein Flugzeug steigen. Weil es eben abstürzen könnte. Und Urlaub muss seine ganze Familie dann auf Norderney machen und nicht in der Karibik. In solchen Fällen behindert Angst unser Leben und schränkt es unnötig ein.

Manchmal haben wir aber auch Angst vor anderen Menschen. Genauer gesagt: Wir haben Angst vor den Gedanken anderer Menschen! "Was werden die anderen wohl über mich denken?" Kennen sie das? "Was sollen denn unsere Nachbarn sagen, wenn wir unser Haus pink anstreichen?" Und bevor wir sie fragen, lassen wir es lieber sein. Auch hier behindert Angst unser Leben. Natürlich ist es gut, sich Gedanken über andere Menschen zu machen. Doch da, wo ich ständig meine Ideen blockiere, da stimmt etwas nicht.

Was sagt Katie Melua: "Wer ständig in Furcht lebt, verpasst auch all die guten Dinge." Ich glaube, so einen Satz könnte auch Petrus gesagt haben. Der ist mir den anderen Jüngern mit dem Boot auf dem See unterwegs. (Matthäus 14,22-33)

Da kommt Jesus ihnen auf dem Wasser entgegen. Petrus fragte ihn: "Meister, kann ich zu dir kommen?" "Komm!", ruft Jesus. Und Petrus geht los, auf dem Wasser. Ich meine, was soll das? Da wird kein Mensch von gesund oder satt. Oder doch?

Wenn ich so darüber nachdenke, dann war dieses Wunder für Petrus selber wichtig. Er selber hatte wohl diese Erfahrung nötig. Der immer starke Petrus überwand die Angst vor dem, was die anderen denken. "Wenn ich jetzt Jesus frage, was denken dann die anderen wohl über mich?" Das fragte er sich eben nicht. Und Petrus überwand auch die Angst, dass er untergehen könnte. O.k. die nicht ganz, weil er später, als ihm klar wurde, was er da macht, dann doch unterging. Jesus musste ihn dann rausziehen.

Aber mal abgesehen davon: Es muss doch eine wahnsinnige Erfahrung gewesen sein. Bei Sturm auf dem Wasser laufen. Da werde ich direkt neidisch. Stellen Sie sich mal vor: Sie auf den Wellen und das ohne Surfbrett! Ich glaube, das hat Petrus sicher noch seinen Enkeln erzählt: "Hört mal, damals auf dem See..." Und dann die Erfahrung, dass Jesus ihn festhält, als er untergeht.

Bis heute lädt Jesus uns ein, unsere Ängste zu überwinden. Ängste, die unser Leben behindern. Denn was kann uns schlimmstenfalls passieren? Petrus wurde von Jesus gehalten. Auch als er es mit der Angst zu tun bekam. Wir können nie tiefer als in die Hände Gottes fallen. Aber wir können wunderbare Erfahrungen machen, die unseren Horizont weiten.

Ich meine nicht, dass wir jetzt alles Mögliche ausprobieren sollten, was uns Angst macht. Ich werde trotzdem nicht 200 Sachen mit dem Motorrad fahren. Ich werde mich nur öfter mal fragen: "Was macht mir eigentlich Angst? Und ist diese Angst wirklich gerechtfertigt?" Und ich werde mir auch öfter sagen: "Jesus hält mich doch, was kann mir passieren?"

Übrigens, neulich bin ich mal wieder auf einen Baum geklettert. War toll! Versuchen Sie doch heute mal, auch etwas klein wenig Verrücktes zu tun. Und eine Angst zu überwinden. Und genießen Sie das gute Gefühl danach. Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne.

1Katie Melua, Freundin 20/2013, S. 30

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