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Kirche in WDR 5 | 27.04.2017 | 06:55 Uhr

Sicher wohnen

Guten Morgen!

Haben Sie gut geschlafen heute Nacht? Ich habe gelesen, dass in Deutschland jeder Dritte nicht gut schlafen kann. Und wahrscheinlich hat das fast jeder schon mal erlebt: Da liege ich wach und mir gehen Gedanken durch den Kopf. Sorgen, die mich daran hindern, Schlaf zu finden. Und je länger ich dann wach im Bett liege, umso größer scheinen die Sorgen zu werden.

Dabei ist Schlafen für das Leben so wichtig wie Essen und Trinken. Körper und Geist brauchen Erholung, damit ich neue Kräfte für den Tag sammeln kann.

In der Bibel ist ein Gebet überliefert, da geht es auch ums Schlafen. In diesem Gebet macht sich jemand viele Gedanken. Er redet mit Gott über seine Sorgen und Ängste. Doch am Ende kommt ein ganz überraschender Satz. Der Beter sagt: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“ (Psalm 4,9)

Das leuchtet mir ein. Nur wer sicher wohnt, kann gut schlafen: Ich vergesse oft, wie wenig selbstverständlich das ist: Ich habe ein Zuhause, habe ein Dach über dem Kopf; kenne aus eigenem Erleben nichts anderes als friedliche Zeiten.

Und ich muss an Fadi denken: Er kommt aus Syrien. Er wäre dort zum Wehrdienst eingezogen worden und wer weiß, ob er jetzt noch leben würde. Dass er Christ ist, machte sein Leben in Syrien nicht sicherer. So kam er mit seinem kleinen Sohn nach Deutschland. Seine Frau hat er zurückgelassen; sie wollte in der Nähe ihrer kranken Mutter bleiben und später dann nachkommen. Doch bisher war das unmöglich. Täglich hat Fadi den Krieg in seiner Heimat vor Augen. Er macht sich große Sorgen um das Leben seiner Frau. Nachts kann er oft nicht schlafen. Fadi weiß sich selbst in Sicherheit – und weiß zugleich, dass es für seine Frau kein sicheres Wohnen gibt.

Fadi erzählt mir, wie er manches Mal seinen Glauben an Gott als einzigen Halt in seinem ganzen Flüchtlingschaos erlebt. Er fühlt sich von Gott trotz aller Ängste und Sorgen begleitet. Das hilft ihm wenigstens ab und zu, loszulassen und auch schlafen zu können.

Damit geht es Fadi wie dem Beter aus der Bibel. Er erinnert sich an die guten Erfahrungen, die er in seinem Leben mit Gott schon gemacht hat. Und das gibt ihm Hoffnung. Trotz der Sorgen, die ihn quälen, findet er bei Gott immer wieder Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit. „…du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“

Und auch mir hilft es, wenn ich meine Sorgen und Ängste, das, was mich quält, im Gebet Gott sagen kann. Das Gebet erinnert mich daran, dass mein Leben und all das, was mir Sorgen macht, nicht nur in meinen eigenen Händen liegt, sondern bei Gott aufgehoben ist. Es schenkt mir ein Gefühl von Geborgenheit, wenn die Ängste übergroß werden.

Ich hoffe, dass unsere Erde einmal ein Ort wird, an dem alle Menschen sicher wohnen und in Frieden schlafen können. Bis das so ist, denke ich an diejenigen, für die das ein entfernter Traum ist. Ich kann mich für sie einsetzen. Und beten kann ich für sie. Vielleicht mögen Sie das auch tun.

Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.

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