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Kirche in WDR 4 | 16.05.2015 | 08:55 Uhr

Sie selbst

Guten Morgen! Wenn Sie in dieser Woche auf diesem Sender schon einmal „Kirche im WDR“ gehört haben, erinnern Sie sich vielleicht: Ich habe immer von einer Person erzählt. Und dann habe ich sie oft mit einer Seligpreisung aus der Bibel verbunden. Jeden Morgen waren das Menschen, die ich kannte, Ihnen aber nur kurz vorstellen konnte. Doch heute sind Sie dran! Ja, auch Sie sollen selig, glücklich genannt werden.

Selig, glücklich genannt werden, das ist ja kein Sonder-Orden und keine Vorstufe zum Heiligen. Das ist etwas, was Jeder und Jedem geschehen kann. Warum nicht auch Ihnen?

Wofür man denn selig genannt werden kann? Ich denke zum Beispiel an die Barmherzigkeit. Und ich glaube ganz einfach, dass Sie das Zeug dazu haben. „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“, heißt es in den Seligpreisungen der Bibel. (Matthäus 5,7)

Nein, Sie sind gar nicht in einem Arbeitsverhältnis, wo man Barmherzigkeit, also tätige Nächstenliebe, vermuten muss? Nicht bei der Diakonie oder Caritas oder Arbeiterwohlfahrt? Ach, darauf kommt es mir nicht an. Ich bin überzeugt: Sie haben ein Herz. Und das ist nicht aus Stein. Zumindest lässt es sich erweichen. Manches, was sie sehen in der Welt geht Ihnen an die Nieren und manchmal fühlen Sie sich davon bedrängt und schimpfen auf die Schuldigen. Aber dann fragen Sie sich auch wieder: Und kann ich selber etwas tun? Eine Spende, klar. Jemanden ansprechen. Vielleicht mal für jemanden das Wort ergreifen, jemanden verteidigen und nicht nur mit dem Finger zeigen. Das wäre schon was.

Ich weiß, Sie können sich sagen: Und wenn ich selber so dran wäre, Mensch, da würd ich mir doch wünschen, dass mich mal einer anschaut, dass einer anruft, mal reinkommt, mal Mut macht. Nicht immer nur das Runtermachen, Klappe runter - Herz verschließen. Nein, wenn ich mir vorstelle, bei mir wär´s so drüber und drunter gegangen wie bei dem, der jetzt obdachlos ist oder vereinsamt und bitter oder fremd als Flüchtling, ach, dann möchte ich auch nicht wie Dreck behandelt werden oder wie ein Klotz oder ein Störenfried.

Ich glaube, dass Sie so denken, so empfinden können. Und dass sich darum in Ihrem Herzen manchmal auch so etwas wie Mitleid regt und dass da in Ihnen ein Ruf nach Hilfe für die ist, die sich selber nicht helfen können. Nein, dann müssen Sie noch nicht gleich große Hilfsprogramme und konzertierte Aktionen starten. Die gibt es schon. Das Barmherzig-sein beginnt auch nicht bei den großen Entwürfen und Werken. Nicht einmal im Kopf, obwohl man den natürlich auch braucht. Es beginnt im Herzen. dort, wo Sie den Anderen und seine Bedürftigkeit mit anderen Augen sehen. Mit den Augen des Herzens, die sich selbst in dem Anderen wieder erkennen: Der ist doch wie ich. Der könnt ich auch sein, obwohl mir davor graust und ich nur Abstand möchte. Aber ich könnte an seiner Stelle sein…Ist Ihnen das fremd? Ich glaube nicht.

Darum gilt auch Ihnen das „Selig!“. „ Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

Ja, und wer schenkt mir Barmherzigkeit, fragen Sie? Dreimal dürfen Sie raten. Aber tun Sie es einfach, lassen Sie es zu. barmherzig zu sein – und Sie sind selig.

Aus Bonn grüßt Sie Pfarrer Eko Alberts

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