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Sonntagskirche | 22.10.2017 | 08:55 Uhr

Sie sind frei!

Einen schönen guten Morgen.

Sie sind frei. Wussten Sie das? Wir leben in einem der freiesten Länder der Welt. Und als Reformationsbotschafter stelle ich mal die kühne These auf: Das hat auch damit zu tun, dass vor 500 Jahren hier eine Reformation stattgefunden hat, die die Freiheit des Christenmenschen und damit auch die Idee, dass Menschen eben nicht blind Autoritäten gehorchen müssen, in die Welt gesetzt hat - und da ist diese Idee Gott sei Dank in vielen, vielen Ebenen weitergedacht worden.

Martin Luther nennt die evangelische Freiheit so: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Wie kam Luther darauf? Das hat er bei Paulus gefunden. Da steht: „Ich bin frei in allen Dingen und habe mich zu jedermanns Knecht gemacht.“ (1. Korinther 9,19) Ebenso: „Ihr sollt niemandem zu etwas verpflichtet sein, außer dass ihr euch untereinander liebet. Die Liebe aber, die ist dienstbar und untertan dem, was sie lieb hat.“ (Römer 13,8ff nach Martin Luther: Von der Freiheit eines Christenmenschen (1520))

Was Luthers Botschaft so befreiend für uns macht, ist, dass er sagt: Es kommt nicht darauf an, was du in dieser Welt tust. Und er sagt: Wenn du nun voll guter Werke wärst bis zu den Fersen, so wärst du dennoch nicht gut und gäbest Gott noch keine Ehre und erfülltest also das allererste Gebot nicht.

Diese Idee, dass man bei Gott sich einschleimen kann, dass man sich hocharbeiten kann in den Himmel, dass man sich einen Platz verdienen kann im Himmel, das ist eben Quatsch.

Der Glaube eines Christenmenschen ist nicht Knechtschaft, sondern bedeutet Freiheit. Freiheit im Denken, Freiheit in den Entscheidungen und Freiheit in den Taten. Gleichzeitig gilt: Die christliche Freiheit ist keine unkoordinierte chaotische Freiheit, die alleine nach dem Lustprinzip agiert oder der Willkür des Einzelnen unterliegt. Die christliche Freiheit ist eine verantwortete Freiheit, immer mit der Frage verbunden: Was dient dem Guten und was dient dem anderen?

Machen Sie doch vielleicht für einen Moment die Augen zu, vorausgesetzt Sie fahren nicht gerade Auto, und überlegen sich: Wer sind eigentlich die freiesten Menschen, die Sie kennen? Ich kenne ein paar, aber ich verrate es nicht, denn es geht ja um Ihre Vorbilder. Wer sind die Menschen, die so ansteckend frei sind, dass man sich in ihrer Umgebung, in ihrer Gegenwart etwas traut, was man sich sonst vielleicht nicht traut? Und sind Sie selber für andere auch so befreit, dass Sie anstecken können?

Wie wird man frei? Der erste Schritt ist loslassen. Loslassen von dem, was es nicht braucht, um frei zu sein. Worauf können Sie verzichten? Wer loslässt, hat zwei Hände frei. Der zweite Schritt ist paradox: Nämlich sich einzulassen, verbindlich zu werden, sich zu entscheiden. Erst dadurch dass man sich auf die eine Sache festlegt, wird man frei, indem man nicht ständig zwischen unendlich vielen Optionen den Überblick verliert.

Der dritte Schritt ist nach Loslassen und dem Einlassen das Seinlassen, das Laufenlassen. Darauf vertrauen, dass wir gar nicht alles perfekt machen müssen, um Gott nahe zu sein. Und der letzte Schritt ist, wenn man sich selbst befreit hat, befreien Sie andere. Erzählen Sie weiter: Sie sind frei.

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