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Kirche in WDR 2 | 02.06.2016 | 05:55 Uhr

Sind Kinder schlimmer als Arbeitslosigkeit?

Schon krass: Die Zeit nach der Geburt des ersten Kindes empfinden viele Eltern schlimmer als Arbeitslosigkeit – ja sogar schlimmer als den Tod des Partners! Das jedenfalls geht hervor aus einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung. Die Experten haben 20.000 Menschen nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt. Über einen langen Zeitraum hinweg haben die Teilnehmer Jahr für Jahr ihre Zufriedenheit bewertet. Und dabei zeigt sich, dass auf einer Skala von null bis zehn die durchschnittliche Zufriedenheit um eine Glücks-Einheit fällt, wenn man arbeitslos wird oder der Partner stirbt. Ganze 1,4 Glückseinheiten ziehen aber junge Mütter und Väter ab, wenn das erste Kind da ist. Und die Forscher stellten auch fest: Wenn das erste Kind unglücklich macht, ist es sehr wahrscheinlich, dass es keine Geschwister bekommt.

Die Zahlen sind deutlich – und doch spricht kaum jemand darüber. Es ist ein Tabu. Die Gesellschaft erwartet, dass sich mit einem Wunschkind sofort das Glück einstellt. Offenbar ist das meist nicht so. Der Kinderwunsch wird zwar erfüllt, bringt aber nicht gleich Erfüllung. Stattdessen sind die Tage und Nächte gefüllt mit Sorge, Schlafmangel, Stress. Das gewohnte Leben gibt es nicht mehr, jeder kleine Ausflug muss geplant, jede Erledigung dem Rhythmus des Babys angepasst werden.

Hinzu kommt, dass viele Mütter klagen, sie hätten erwartet, dass sich der Vater mehr beteiligt. Viele Väter dagegen sagen, die Mutter traue ihnen nichts zu. Auch die Partnerschaft leidet. Oft ist der Anspruch der jungen Eltern groß: Sie wollen alles perfekt machen – zum Babyschwimmen gehen, zum PEKiP, zur Rückbildungsgymnastik. Möglichst lange stillen, später teure Biogläschen kaufen oder selbst kochen und pürieren. Sie müssen viele Entscheidungen treffen: Soll ich mein Kind impfen? Was für Spielzeug darf es haben? In welchem Kindergarten melde ich es an? Was tue ich, wenn mein Kind in der Entwicklung hinterherhinkt?

Ich kenne all diese Probleme. Aber ich weiß auch, wie schön es ist, wenn das Baby zum ersten Mal lächelt. Wenn es anfängt zu krabbeln und plötzlich „Mama“ sagt. Wenn man sich anstecken lässt von der guten Laune des Babys morgens um 5 Uhr und mit Stolz kleine Erfolgserlebnisse feiert. Da geht mir einfach das Herz auf. Meine erste Zeit mit Baby war aufregend, anstrengend, aber auch schön. So schön, dass ich nach neun Monaten schon wieder schwanger war. Und ich kann sagen: Beim zweiten Kind ist vieles leichter. Beim dritten erst recht. Das liegt wahrscheinlich vor allem an mir selbst. Meine Ansprüche und Erwartungen sind realistischer geworden, ich bin gelassener als früher.

Es stimmt: Ein Kind macht die Tage länger, die Nächte kürzer, aber auch: die Geduld größer, die Liebe stärker und sogar das Leben glücklicher. Für mich ist jedes meiner Kinder ein Geschenk Gottes, über das ich mich immer wieder freue.

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