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Kirche in WDR 2 | 24.08.2018 | 05:55 Uhr

Sklaverei !?

Die Sklavenbefreiung ist eine Leistung der Aufklärung. Das war so ein Satz, der für mich unverbrüchlich feststand, bis ich vor Jahren das Buch von Arnold Angenendt „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“ las – und aus allen Wolken fiel. Da musste ich lesen, dass die Aufklärung für die Sklavenbefreiung wirkungslos gewesen sei und dass Männer wie George Washington und Thomas Jefferson, die Väter der ersten neuzeitlichen Demokratie, selber Sklaven gehabt hätten. Schlimmer noch, die Zweifel der Aufklärer an der Adam-und-Eva-Geschichte der Bibel führte sogar dazu, dass die Aufklärer zu tendenziell rassistischen Auffassungen neigten, denn wenn nicht alle Menschen gleichermaßen von einem einzigen Urelternpaar abstammten, sondern die Rassen verschiedene Ureltern hatten, dann gab es die Versuchung die unterschiedlichen Rassen auch unterschiedlich zu bewerten. Voltaire zweifelt „ob der Verstand von Schwarzen überhaupt derselben Spezies zuzuordnen ist wie der von Weißen“, auch Immanuel Kant hält die weiße Rasse für überlegen und der Philosoph Hegel hält Afrika für ein „Kinderland“ wie er sagt. Noch die Nazis hassten die Adam-und-Eva-Geschichte, denn die bedeutete ja, dass die Arier und die Nichtarier von denselben Ureltern abstammten und damit gleich seien.

Den Christen dagegen war von vorneherein jeder Rassismus verwehrt. Zu allen Völkern hatte Christus seine Jünger gesandt und nach jüdisch-christlicher Überzeugung war jeder Mensch ein Ebenbild Gottes und besaß als solcher einer unendliche Würde. Zwar waren die Christen am Anfang an gesellschaftlichen Veränderungen nicht sehr interessiert, weil sie mit der unmittelbar bevorstehenden Rückkunft Christi rechneten, so dass der Apostel Paulus erstmal die Parole ausgab, jeder sollte in dem Stand bleiben, wo er sei. Aber schon bald wirkte sich das Christentum gegen die Sklaverei aus. Es war vor allem die christliche Überzeugung, dass jeder erwachsene Mann eine erwachsene Frau heiraten könne und dass dabei der Stand unerheblich sei, der die Sklaverei aushöhlte, denn so konnte ein Sklave eine Freie heiraten und umgekehrt, so dass dann beide frei waren. So weist die moderne Sklavenforschung darauf hin, dass es das Christentum war, das die Sklaverei beendete, weil es als Erlösungsreligion auf Befreiung hin ausgerichtet war. So war Europa im Frühmittelalter die einzige Gegend der Erde, in der es keine Sklavenmärkte mehr gab. Und am Ende waren es im 19. Jahrhundert nicht die Großkirchen, sondern die so genannten Dissenters, christliche Sekten, wie die Quäker, die die Sklaverei beendeten.

Jürgen Habermas, Deutschlands bekanntester Philosoph, der selbst gar kein Christ ist, fordert „rettende Übersetzungen“ der jüdisch-christlichen Begrifflichkeit von der Gottebenbildlichkeit des Menschen, um den Menschenwürdebegriff, den Zentralbegriff unserer Gesellschaftsordnung, zu verteidigen. Und er zählt das Christentum zur „Genealogie der Menschenrechte“.

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