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Sonntagskirche | 24.07.2016 | 08:55 Uhr

So lange schon

Guten Morgen! Immer wieder werde ich mit der Frage nach dem „Warum“ konfrontiert: „Warum lässt Gott das zu?“ Man kann eine theoretische Antwort auf diese Frage versuchen, die aber im konkreten Fall nicht hilft.

Unerträglich schwer wird es, wenn das eigene Kind betroffen ist und sterbenskrank wird. So sehe ich mich immer noch am offenen Grab eines 30-Jährigen stehen, der an Leukämie erkrankt war. Zwei Jahre zwischen Hoffen und Bangen. Nach einer Stammzelltransplantation zuerst die Hoffnung: Es ist geschafft. Die Krankheit ist besiegt. Doch dann kehrte der Blutkrebs brutal und unbarmherzig zurück.

Auch Reinhard Mey musste seinen 32-jährigen Sohn zu Grabe tragen. 2009 fiel Maximilian nach einer verschleppten Lungenentzündung ins Wachkoma. Fünf Jahre später starb er. Nun hat Reinhard Mey seinem Sohn ein Lied gewidmet mit dem Titel: „So lange schon“. Darin besingt er seinen Abschiedsschmerz und seine Erinnerungen an den kleinen Jungen. Er erzählt, wie Maximilian in Fotos, Büchern und Gegenständen präsent ist und bleibt. Wie das Denken an ihn lebendig ist und er seinen festen Platz in der Familie hat. „Du bist ja immer unter uns“, singt Reinhard Mey für seinen verstorbenen Sohn, „von Zuneigung umgeben, geborgen in unserer Mitte, liebevoll umringt.“

Es ist so schwer, das eigene Kind gehen lassen zu müssen. Die Frage nach dem „Warum“ bleibt ohne Antwort.

„Wir streuen eine Handvoll Blumenblätter in den Sommerwind“ heißt es im Refrain des Liedes, „auf dunkelgrünem Efeu flattert rot leuchtender Mohn, ein stiller Gruß, ein Lächeln für ein verlornes Kind. Du fehlst uns, du fehlst uns so lange schon.“

Man spürt Reinhard Meys Lied die tiefe Verbundenheit und Liebe zu seinem Sohn ab. Und die Trauer über den fehlenden Sohn auch, wenn es am Ende der zweiten Strophe heißt: „Das kann uns schon mal helfen, wenn die Worte uns ausgehen.“

Der junge Mann mit der Leukämie, den ich beerdigt habe, hatte sich für seine Beerdigung die beiden ersten Verse des 91. Psalms ausgesucht: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“

Aus seinem Glauben an Gott schöpfte er Kraft und Trost in seinen letzten Wochen und Tagen. Er verbitterte nicht. Stattdessen wurde sein Glaube immer tiefer. Ich habe selten jemanden getroffen, der so reif und im guten Sinne des Wortes geradezu erwachsen, seinem eigenen Tod ins Auge blickte und die notwendigen Vorkehrungen traf. Er regelte noch alles für seine Beerdigung und für die finanzielle Versorgung seiner Frau.

Einen Sonntag unter dem Schirm des Höchsten wünscht Ihnen Ihr Pastor Siegfried Ochs aus Kierspe.

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