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Kirche in WDR 4 | 07.07.2017 | 08:55 Uhr

So viel Zeit muss sein – Vom Wert der Pause

Guten Morgen!

Mittagspause am Aasee. Ich habe die roten Backsteinhäuser der Stadt hinter mir gelassen, bin über die Promenade gebummelt und sitze jetzt am Ufer des Sees auf einer kleinen Anhöhe auf einer Bank. Die Sonne strahlt hoch am tiefblauen Himmel, der sich im Wasser spiegelt. Kein Wölkchen ist zu sehen. Ein Segelboot hat den Hafen verlassen und wird langsam immer kleiner. Es ist angenehm still, nichts ist zu hören als das Zwitschern einiger Vögel und das Knirschen der Laufschuhe vereinzelter Joggerinnen und Jogger auf dem Weg. Ein paar Enten schwimmen langsam vorbei und genauso langsam vergeht hier die Zeit. Endlich etwas Ruhe, denke ich, und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Ein wunderschöner Sommertag. Wie geschaffen für eine Auszeit am See.

Auch wenn die Zeit langsam vergeht, sie vergeht. Ein paar Minuten noch, dann sollte ich mich wieder auf den Weg machen. Der Schreibtisch wartet und die Arbeit macht sich nicht von alleine.

In der warmen Sonne schweifen meine Gedanken langsam ab. Die Arbeit macht sich nicht von alleine. So ähnlich muss auch Marta gedacht haben, als sie und ihre Schwester Maria Jesus zu Gast hatten. Während Maria sich mit Jesus unterhält und sich darüber freut, ihn zu Gast zu haben, macht Marta sich viel Mühe mit der Bewirtung. Und als sie sich bei Jesus über die viele Arbeit beschwert und vor allem darüber, dass Maria ihr nicht hilft, da sagt Jesus: „Maria macht alles richtig.“ Denn warum arbeiten und schuften, wenn man die Zeit doch auch mit ihm verbringen kann? Meine Gedanken spinnen weiter. Warum arbeiten und schuften, wenn man die Mittagspause auch in Gottes herrlicher Schöpfung am Aasee verbringen kann?

Arbeit und Ruhe - beides hat sein Recht. Das steht schon in der Bibel:

Sprecher: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.

Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.

Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“ (Prediger 3, Luther 2017)

Die Sirene eines Einsatzwagens reißt mich aus meinen Gedanken. Vögel fliegen bei dem Lärm aufgeschreckt davon. Dann wird es wieder still am See. Eine Frau schiebt einen Kinderwagen auf dem Weg am Ufer entlang. Auf dem See läuft das Segelboot wieder in den Hafen ein. Oder ist es ein anderes? Egal. Jetzt ist es definitiv Zeit, die Mittagspause zu beenden. Die Sonne scheint immer noch strahlend hell und ein warmer Wind weht leicht über die Uferwiesen. Ein letzter Blick und ich muss mich wieder auf den Weg in die Stadt machen. Aber zwei Minuten nehme ich mir noch, um ein Foto zu machen. Vom See, vom Hafen, von den Booten. Mit einem blühenden Rhododendronbusch im Vordergrund. So viel Zeit muss sein!

Entspannte Momente trotz aller Arbeit wünscht Ihnen

Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.

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