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Kirche in WDR 2 | 24.06.2015 | 05:55 Uhr

Sommerweihnachten?

24. Juni: Heute ist „Sommerweihnachten“! Lust zu feiern? Jedenfalls ist das Jahr schon wieder halb rum! Und heute erinnern viele christliche Kirchen an die Geburt Johannes des Täufers, der soll tatsächlich sechs Monate vor Jesus geboren worden sein. Deshalb heißt der Tag heute Johannistag.

Die Eltern dieses Johannes waren Elisabeth und Zacharias. So erzählt es das Lukasevangelium (1,5 -25). Zacharias, ein alter Priester, und Elisabeth waren damals lange schon kinderlos. Doch plötzlich bekommt Zacharias eine Nachricht. Der Absender: Erzengel Gabriel. Zacharias und Elisabeth sollen angeblich einen Sohn bekommen! Zacharias kann es kaum glauben. Er und seine Elisabeth sind schon alt und überhaupt: Jetzt noch ein Kind? Zacharias antwortet auf diese Nachricht und bittet um ein Zeichen, also um eine Bestätigung. Soll das wirklich wahr sein? Das Zeichen ist recht brutal: Der Engel nimmt Zacharias die Stimme weg.

Eine schräge Geschichte. Zacharias ist fortan stumm und Elisabeth bald darauf tatsächlich schwanger. Aber die Geschichte wird noch schräger: Nach der Geburt werden die Eltern gefragt, wie alle Eltern gefragt werden: Wie soll der Junge denn heißen? „Johannes!“ sagt Elisabeth voller Überzeugung. Und Zacharias – er kann ja nicht reden - schreibt gleichzeitig den Namen auf eine Wachstafel. Und plötzlich: Ist seine Stimme wieder da! Soweit die biblische Erzählung.

Eine Geschichte, die mir zeigt: Es kommt manchmal alles ganz anders, als man denkt.

Die christliche Kirche sieht in diesem Johannes den letzten großen Propheten der biblischen Tradition und so eine Art Jesus-Vorgänger. Johannes war immerhin derjenige, der Jesus später im Jordan getauft hat. Und der einzige, der begriffen hat, wen er da taufte.

Um den Johannistag existieren jede Menge Bräuche. Das Entzünden des Johannisfeuers z. B. steht als Symbol für die Sommersonnenwende. Die bedeutet das Ende der Kälte und leitet die Erntesaison ein. Es ist eine besondere Zeit, die die Menschen seit je her gefeiert und bedacht haben. Im Mittelalter wurden die Johannes-Feste tatsächlich als „Sommerweihnachten“ begangen. Mit einem Gottesdienst zu Mitternacht und einer Vorbereitungszeit, die unserer Adventszeit ähnelt. Dieses Wort „Sommerweihnachten“ hat was. Es beflügelt meine Phantasie: Ich könnte heute, wie an Weihnachten, meine Familie und Freunde einladen, wir könnten gemeinsam kochen und die Mitte des Jahres feiern… Oder ich könnte mich – einfach so – mal wieder in eine Kirche setzen und mir Zeit nehmen für Fragen wie: Was ist seit Weihnachten alles passiert? Habe ich alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte? Werde ich alles erreichen, was noch bis Weihnachten auf dem Plan steht? Und: will ich das überhaupt?

Heute ist Johannistag, Sommerweihnachten, die Mitte des Jahres. Ein Tag, an dem ich zurückschaue und danke für das, was war. Und ein Tag, an dem ich bitte für das, was noch kommen wird. Ich will weder stumm werden wie Zacharias, noch schwanger wie Elisabeth. Aber ich hab im Hinterkopf, dass - wie bei der Geburt des Johannes - alles anders kommen kann als gedacht.

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