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Kirche in WDR 3 | 05.07.2017 | 07:50 Uhr

Sonne der Gerechtigkeit

Guten Morgen,

im Radio laufen sie momentan wieder rauf und runter. Die Sommer-Sonne-Sonnenschein-Lieder. Ich glaube fast jeder hat so einen Sommerhit, der ihn in sonnige Stimmung versetzt. Es gibt sie die Songs, bei denen ich an einen lauen Sommerabend mit Freunden denke, an die Autofahrt zum Lieblingsurlaubsort am Meer oder an eine heiße Partynacht.

Sonne brauche ich, wie die Luft zum Atmen. Die Sonne draußen, aber auch die sonnigen Töne in der Musik, die mein Gemüt erhellen. Und natürlich auch die Lichtmomente, in denen es mir im Herzen warm wird…

Einen solchen Moment hatte ich letztens mal wieder mit den Kindern der fünften und sechsten Klasse. Es war im Schulgottesdienst:

In der Kirche hatte ich über fünfzig Namen ausgelegt, die in der Bibel für Gott verwendet werden. Die Kinder sollten sich den Namen aussuchen, der ihnen am besten gefällt.

Vater, Mutter, Sohn, Freund, Liebe, der Allmächtige - einige Kinder wählten sich einen dieser Gottesnamen aus. Die meisten Kinder aber fanden, dass „Sonne“ ein passender Begriff für Gott ist.

Paula meinte: „Gott ist wie die Sonne, für jeden Menschen auf der Welt da. Für die Armen und Reichen, für die Jungen und Alten.“

Theo ergänzte: „Die Sonne kann man genauso wenig mit bloßem Auge sehen wie Gott. Man kann sie spüren, aber wie sie so ganz genau aussieht, das können wir nicht sehen.“

Emma stimmte ein: „Das Sonnenlicht tut uns gut, wie Gott uns gut tut.“

Und Louis rief dazwischen: „Genau! Alles dreht sich um die Sonne! Kein Lebewesen kann ohne Sonne überleben!“

Nur Jannis war sich noch unsicher. Er konnte sich so schlecht zwischen Sonne und Richter als passenden Namen für Gott entscheiden. Ich sagte: „Ist schon in Ordnung Louis. Du kannst dir auch zwei Namen für Gott aussuchen.“ Da war er sichtlich erleichtert und legte los: „Gott ist beides. Er ist Sonne und Richter. Gott bringt Licht ins Dunkel. Und Gott ist bestimmt deshalb auch ein guter Richter! Wer könnte gerechter sein, als Gott?“

Paula gefiel das gar nicht: „Neee, vor einem Richter muss man doch Angst haben!“

Nahezu lässig meldete sich jetzt Emma zu Wort:

„Angst muss man eigentlich nicht haben - es ist ja Gott!“

„Genau“, meinte Jannis. „Denn Gott ist ja auch weiterhin wie die Sonne: Er scheint für alle Menschen, egal ob sie böse oder lieb sind!

In der Bibel steht das, was die Kinder hier erkannt haben, sogar fast Wort für Wort drin:

„Gott lässt die Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Matthäus 5,45), heißt es da.

Paula zieht die Stirn kraus: „Aber ist das denn gerecht?“, gab sie zu bedenken.

„Wäre es nicht besser für alle, wenn er unterscheiden würde? Dann könnte man die Bösen direkt auf einem Blick erkennen: Die würden dann mit einer dicken Regenwolke und Blitz überm Kopf rumlaufen.“

Da meldete sich Lukas zu Wort. Er hatte sich als Gottesnamen „Liebe“ ausgesucht.

„Wenn Gott aber auch die Liebe ist, dann kann er die Sonne nicht nur auf meiner Seite scheinen lassen.“ Gab er zu bedenken. Und Lisa, die sich für „Vater“ als Gottesnamen entschieden hatte, ergänzte: „Genau, dann ist er auf der Seite von allen seinen Kindern.“

Dass schwere Fragen manchmal kinderleicht und sonnenklar beantwortet werden und das Herz wärmen, das wünscht Ihnen,

Anne Wellmann, Pfarrerin in Köln.

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