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Sonntagskirche | 19.08.2018 | 08:55 Uhr

Sonntagsausflug ins Kloster

Sonntagsausflug ins Kloster

Früher als Kind, war der Sonntag für meine Eltern, meine Schwester und mich Familienzeit. Manchmal sind wir nur zusammen spazieren gegangen oder Fahrrad gefahren, aber manchmal sind wir mit dem Auto auch mal weiter weg gefahren.

Bestimmte Sonntagsausflüge, haben wir regelmäßig gemacht. Ein besonderer Ausflug war für mich immer der Besuch einer Großtante in Remagen am Rhein. Die Tante meines Vaters hieß eigentlich Johanna, aber ich kannte sie aber nur als Tante Giswalda. Tante Giswalda war Ordensschwester, Franziskanerin und sie lebte im Kloster St. Anna. Ich fand diesen Sonntags-Kloster-Besuch so spannend. Das alte Kloster ist ein imposantes Gebäude aus rotem Backstein, direkt am Rhein gelegen. Es roch immer nach Bohnerwachs und Pflegemittel für die tollen alten Holzmöbel. Tante Giswaldas Zimmer habe ich nie gesehen, denn der Wohntrakt der Schwestern war natürlich privat. Das war irgendwie geheimnisvoll.

Getroffen haben wir Tanta Giswalda immer im Besucherzimmer. Nach der Anmeldung an der Pforte gingen wir durch einen breiten Flur mit einem Linoleumboden, der immer unter den Schuhen quietscht. In der Ecke stand eine große Standuhr mit einem schweren Pendel. Die fand ich immer besonders faszinierend, denn die sah aus wie die Uhr im Film „Das letzte Einhorn“ durch die König Hagard hindurch gehen kann. Sie merken schon – für mich war das immer so eine kleine Zauberwelt.

Im Besucherzimmer warteten gestärkte weiße Tischdecken und Blumen auf dem Tisch. Meine Tante erzählte, dass es unter den Schwestern auch immer ein wenig Neid gab, wenn eine von Ihnen Besuch bekam. Denn das war etwas Besonderes. Naja und ich als Kind war eben auch was Besonderes. Nach dem Essen sagte Tante Giswalda immer: „Möchtest Du mal gucken, ob Schwester Henrietta da ist?“ Na klar, die arbeitet nämlich in der Küche und da gab es immer noch ein Eis -nur für mich.

Diese Ausflüge ins Kloster sind sehr schöne Erinnerungen für mich, die heute noch nachwirken. Wenn ich heute eine Ordensschwester in ihrer Tracht sehe, dann berührt mich das. Sie erinnert mich an die Sonntagsausflüge nach Remagen. Aber eine Schwester in Tracht zu sehen, das ist selten geworden, auch in Remagen. Nur noch eine kleine Gruppe älterer Schwestern lebt im Kloster, verbringt gemeinsam den Lebensabend. Aber solange es geht, bleiben die Schwestern zusammen. Meine Tante war immer glücklich im Kloster. Das fand ich als Kind schwer nachvollziehbar, weil ich immer daran dachte, dass so ein Leben im Konvent doch furchtbar einengend sein muss. Aber Tante Giswalda ist für mich bis heute der positivste und ausgeglichenste Mensch, den ich kannte.

Es ist doch so: Lebensentwürfe sind total unterschiedlich. Und sicher muss jeder irgendwie Kompromisse machen. Wer da mit sich im Reinen ist – der ist ein glücklicher Mensch.

Meine Tante hat immer gesagt „ich habe hier alles, was ich brauche“.

Gemeinschaft, ein Teil sein, eine Aufgabe haben, das erfüllt uns. Liebe Hörer zum heutigen Sonntag wünsche ich Ihnen dieses Gefühl ganz besonders: Das Gefühl Teil zu sein, einer Gemeinschaft, eines Vereins, einer Gemeinde, einer Familie. Teil zu sein so wie ich bin mit meinen Schwächen und meinen Stärken. Ich wünsche Ihnen einen gemeinschaftlichen Sonntag.

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