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Kirche in WDR 2 | 25.11.2013 | 05:55 Uhr

Spielen müssen

Alles weg. Die Frau, das Kind, die Lehrstelle. Alles verzockt. Er ist erst 22 Jahre alt und am Ende – fast. Seine Probleme heißen nicht Drogen, Alkohol, Gewalt. Sein Problem heißt Spielen.

Und damit ist er nicht allein. In Deutschland spielen ca. 380.000 Menschen, zumeist Männer sind süchtig, oder zumindest stark gefährdet. Sie haben die Kontrolle verloren über ihr Spielen am Geldautomaten. Der Professor genauso wie der Arbeiter.

Jede Spielhalle, jedes Casino zieht sie magisch an, sie sind getrieben von der Sucht zu spielen, geleitet von der fixen Idee den einen ganz großen Gewinn zu machen und dann aufzuhören.

Was natürlich nie funktioniert. Gewonnen wird schon. Und weiter gezockt auch. (Zu) meist sofort. Bis alles wieder verloren ist. Bis die Bankkarte nichts mehr hergibt und Geld besorgt werden muss, um weiterzuspielen, um fast jeden Preis.

Versprechen werden gemacht – und gebrochen. Schließlich wird gestohlen und betrogen, Hauptsache man kann wieder an den Automaten, auf der irren Jagd nach Geld und Glück und dem Kick, der jedoch immer weniger wird, auch wenn der Druck nicht nachlässt.

Frau und Kind, Ausbildung und Beruf, Ehre und Selbstachtung, alles, alles wird zweitrangig. „Lass es doch - für mich, für uns“, fleht die Frau und wird wieder enttäuscht.

Spielsucht ist eine Krankheit. Süchtig danach zu sein, zu spielen hat nichts mit Wissen, Charakter oder gutem Willen zu sein. Sucht ist eben Sucht. Und Spielsüchtigen geht es da wie dem Apostel Paulus: „Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen, kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm 7,18f)

Das zuzugeben ist der Anfang vom Ende der Zockerei. Zuzugeben, dass ich es nicht schaffe – alleine. Das ich Hilfe benötige durch Therapie und Selbsthilfegruppen. Wie die, der Anonymen Spieler. Hier treffen sich Spielsüchtige, die heute clean, also ohne spielen leben, mit denen, die noch unter der Sucht leiden. Von Betroffenen für Betroffene also. Experten unter sich; und anonym.

Und das funktioniert. Die einzige Teilnahmevoraussetzung besteht in dem Wunsch, mit dem Spielen aufzuhören. Die ersten drei Schritte des 12 Schritte Programms der Anonymen Spieler, das sich stark auf das der Anonymen Alkoholiker bezieht, würde der Apostel Paulus, der mit seinem Latein doch auch am Ende war, sehr gut mitsprechen können.

Erster Schritt: Wir gaben zu, dass wir dem Spielen gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten. Zweiter Schritt: Wir kamen zu dem Glauben, das eine Macht größer als wir selbst uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.

Dritter Schritt: Wir fassten den Entschluss unseren Willen unser Leben der Sorge Gottes – wie wir ihn verstanden – anzuvertrauen. Nicht das Paulus jetzt ein Spieler war. Und er wusste auch welchen Namen seine höhere Macht hat: Jesus Christus.

Um anzufangen, aufzuhören, reicht es zuzugeben, dass ich nicht mehr kann.

Und Hilfe für möglich zu halten.

Bei den Anonymen Spielern heißt es: Gibt nicht auf, bevor das Wunder geschieht.

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