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Kirche in WDR 2 | 20.12.2013 | 05:55 Uhr

Stachelige Weihnachtseinsicht

Ja, ja die Herberge. In der war kein Platz und daher gingen Maria und Josef in den Stall...schöne Geschichte. Denkste! Christen sehen darin nicht ein frommes Märchen, sondern eine Aussage darüber, unter welchen Umständen Gott Mensch geworden ist. Und das kann einen Gläubigen nicht kalt lassen: erbärmlicher Geburtsort, ärmliche Verhältnisse und dann auch noch Flucht ins Ausland, in die Fremde.

D.h. doch bis heute: Genau hier zeigt sich Gott und sucht immer noch nach Gastfreundschaft, Fürsorge und ja – hier fällt jetzt das Wort: Asyl.

Die Debatten, die derzeit in Deutschland geführt werden finde ich himmelschreiend. „Furcht vor Armutsmigration“, „begrenzte Aufnahmekapazität“: Wer Christ ist und Demokrat, der sollte gerade in diesen Tagen vor allem eines machen: die Türen auf und die Herzen weit.

Ich finde es mehr als beschämend, wie wir zusehen, dass bloß so wenige Flüchtlinge aus Syrien eine Unterkunft bei uns bekommen, um nur ein Beispiel zu nennen. Menschen, die ihre ganze Existenz verloren haben. Menschen, denen ein undurchsichtiger Krieg der Interessen allen Halt unter den Füßen weggezogen hat. Und in Deutschland scheint für sie kein Platz zu sein – einem der reichsten Länder der Welt?.

Gilt denn das Wort Jesu nicht mehr: „Was ihr einem meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan?“ (Mt 25,40) Der Sohn Gottes war, wenn man so will, auch ein Flüchtlingskind. Und es berührt mich in diesen Tagen zu erfahren, dass überall im Land gerade christliche Gruppen sich aufmachen, den Flüchtlingen zu helfen. Da werden Klöster spontan in Familienquartiere umgewandelt, Caritas und Diakonie setzen ihre Manpower ein, um Menschen eine Herberge zu vermitteln. Da scheinen viele doch etwas verstanden zu haben vom Anspruch Gottes und von der Weihnachtsbotschaft. Und die ist eben alles andere als heimelig.

So schön das ja in diesen Tagen ist auf den Weihnachtsmärkten mit Glühwein, Bratwurst und Tannengrün. Wenn ich nur das im Kopf habe, dann bekomme ich gar nicht mit, was für eine Stacheligkeit in der ganzen Geschichte von Weihnachten liegt: Da waren welche, die wollte im Grund niemand bei sich haben. Wenn die gewusst hätten, wer da um Herberge bittet! Wenn doch dieses satte, reiche Europa eine Herberge sein könnte für die vielen Menschen, die sich noch nicht mal nach fettem Braten sehnen, oder nach Glühweinseligkeit. Die aber einfach nur eines retten wollen: ihre nackte Haut...

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