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Kirche in WDR 2 | 22.06.2016 | 05:55 Uhr

Steh auf!

O-Ton Tagesschau: In dem sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl ist es offenbar zu dem gefürchteten GAU gekommen. Dem größten anzunehmenden Unfall. Auch drei Tage nach dem Ausbruch ist der Nuklearbrand immer noch nicht unter Kontrolle.

Autorin: Die Katastrophe von Tschernobyl ereignet sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks. Zwei Explosionen zerstören einen der vier Reaktorblöcke und schleudern radioaktives Material in die Atmosphäre. Weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine werden verseucht. Die radioaktive Wolke zieht bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap. Alexander Antonowitsch ist damals zwei Jahre alt. Bis heute lebt er mit seiner Familie in Weißrussland.

O-Ton: Also da war ich erst zwei. Ich war ein einfaches Kind. Und ich war ganz normal an einem sonnigen Apriltag spazieren mit meiner Mutter. Wir wussten von nichts. Man hat uns erst später erzählt, was wirklich passiert ist – und erst später habe ich das alles realisiert.

Autorin: Sein Vater wird bei den Aufräumarbeiten eingesetzt. Er ist einer der 600.000 Liquidatoren. Einer der Männer, die die Folgen des Unfalls beseitigen sollen. Damit keine Radioaktivität mehr an die Umwelt abgeben kann, bauen sie eine Schutzhülle aus Beton um den Reaktor. Denn Roboter, die für die Aufräumarbeiten eingesetzt werden sollen, funktionieren nicht. Die Elektronik versagt, angesichts der steigenden Temperatur und der hohen Strahlenbelastung.

O-Ton: Wir hatten keine Infos. Die Militärleute, und mein Vater war einer von ihnen, dürfen natürlich nicht über das, was sie dort gesehen und erlebt haben, sprechen, aber ich konnte mein ganzes Leben lang Probleme sehen bei meinem Vater, Gesundheitsprobleme und er kämpft ja auch um sein Leben - die ganze Zeit.

Autorin: Als Alexander Antonowitsch sieben Jahre alt ist, wird auch er krank.

O-Ton: Im Jahr 1991 hat bei mir am Hals angefangen eine seltsame Bildung zu wachsen. Bei uns in Weißrussland wusste keiner, was das genau ist. Die Ärzte sagten sogar so was, dass mein Adamsapfel wächst.

Autorin: Doch es ist Schilddrüsenkrebs. Es folgen lange Krankenhausaufenthalte, Operationen in Deutschland und Strahlentherapien. Fünf Jahre später: Lungenkrebs. Mittlerweile sind 80 Prozent seiner Lunge tot. Zudem wird seine Wirbelsäule immer poröser. Er könnte im Rollstuhl sitzen und krank aussehen, doch er ist trotz allem sehr lebendig: Spielt Theater, ist Sportmeister im Thaiboxen und hat eine kleine Familie gegründet. In einer biblischen Geschichte sagt Jesus einmal zu einem todkranken Mädchen zwei Worte: „Talitha Kumi!“. Das ist aramäisch und heißt: „Mädchen, ich sage dir steh auf!“

Als Alexander Antonowitsch aufgrund seiner Schmerzen einmal lieber im Bett liegen bleiben und leiden will, sagt seine Mutter zu ihm: „Steh auf, Alexander!“ Und seitdem steht er immer wieder auf. Egal, was das Leben ihm vor die Füße wirft.

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