Aktuelles

Beiträge auf wdr4 

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 30.04.2014 | 08:55 Uhr

Stilles Säuseln

Guten Morgen liebe Hörerin, guten Morgen lieber Hörer!

Heute ist der internationale Tag gegen den Lärm. Seit 1998 gibt es ihn schon. An ihm stehen die Ursachen und Folgen des Lärms im Mittelpunkt. Denn Lärm kann krank machen. Bürgerinnen und Bürger können heute bei verschiedenen Aktionen lernen, wie man Lärm bekämpft und wie man sein Gehör schützen kann. Dazu ruft die Deutsche Gesellschaft für Akustik auf und sorgt sich dabei diesmal besonders um Kinder und Jugendliche. Eine Geschichte gegen den Lärm, die zu einer meiner liebsten gehört, findet sich in der Bibel.

Da geht es dem Propheten Elia ganz furchtbar schlecht. Er hat zwar einen Kampf gegen fremde Priester gewonnen, fürchtet nun aber um sein Leben und flüchtet in die Wüste. Dort setzt er sich unter einen Wacholderstrauch und wünscht sich zu sterben. Ein Prophet mit Burn out - vor fast 3.000 Jahren. Unter dem Wacholder schläft er schließlich erschöpft ein. Da tritt ein Engel zu ihm, reicht ihm einen Krug mit Wasser und dazu geröstetes Brot. Zweimal versorgt der Engel Elia und gibt ihm eine Botschaft mit auf den Weg: „Steh auf und iss! Du hast noch einen weiten Weg vor dir!“ Schließlich geht der Prophet gestärkt los und kommt nach 40 Tagen an eine Höhle am Berg Horeb. Und da begegnet ihm nun Gott selbst. Aber das ist eine ungewöhnliche Form der Begegnung. Gar nicht so spektakulär, wie man es sich vorstellen würde, wenn Gott selbst erscheint.

Zuerst kommt ein „großer, starker Wind“ auf, der Berge zerreißt und Felsen zerbricht, wie es in der Bibel heißt. Aber Gott ist nicht in diesem Wind. Dann ein Erdbeben. Aber auch darin erscheint Gott nicht. Schließlich ein großes Feuer. Doch auch in dem Feuer begegnet Gott dem Propheten nicht. Und dann, heißt es: „Nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.“ Und jetzt, genau in diesem stillen Sausen erscheint Gott dem Elia. Wie schön. Wie behutsam. Und was für eine wunderbare Geschichte am Tag gegen den Lärm.

Wie so oft in der Bibel zeigt sich Gott hier nicht im Außergewöhnlichen, nicht im Großen oder im Spektakulären. Er zeigt sich im Kleinen. Im „Säuseln des Windes“. Auch an anderen Stellen in der Bibel geht Gott nicht den Weg, den große Herrscher mit ihrem lärmenden Tross gehen. Jesus wird im armen Stall, in einer Krippe, geboren und später reitet er arm auf einem Esel in Jerusalem ein. Nicht mit Prunk und Protz. Gott ist manchmal ein Gott der leisen Töne. Und so begegnet er auch heute den Menschen manchmal im Kleinen, Unscheinbaren: in einem guten Wort, im Gebet, in einem Lied, in einem bewegenden Gespräch oder in einer liebevollen Berührung.

In unserer Geschichte sagt Gott dem Propheten, er soll jetzt mutig wieder in seinen Alltag, in seine Normalität zurückkehren. Genauso wie Christen nach dem Gottesdienst gestärkt wieder in den Alltag zurückkehren. Beides gehort untrennbar zusammen. Die Stille, die Fähigkeit auf Gott zu hören und sich von ihm berühren und stärken zu lassen - genauso wie der Weg in den Alltag. Dass auch Sie immer wieder solche Stille erleben können, das wünschen Ihnen die Deutsche Gesellschaft für Akustik und Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen