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Hörmal | 15.10.2017 | 07:45 Uhr

Superheldin mit Datumssprung

Wenn es so eine Art Liste der katholischen Superhelden geben würde, dürfte sie aus meiner Sicht nicht fehlen: Teresa von Avila. Die Heilige, die Kirchenlehrerin, die große Mystikerin und Reformerin des Karmeliterordens. Ihr Gedenktag ist heute. Unglaubliches ist Teresa von Avila in ihrem Leben passiert und sie hat es sogar geschafft, im Tod die Abfolge des Kalenders zu sprengen. Sie starb nämlich am 4. Oktober, und wurde tags drauf beerdigt. Und jetzt kommts: Das war der 15. Oktober! Heute ist daher ihr Gedenktag.

Wie es zu diesem wunderlichen Datensprung kam? Das war Zufall: Teresa starb just an dem Tag im Jahr 1582, der vom Papst festgelegt wurde für die große Kalenderreform. Vom julianischen zum gregorianischen Kalender. Der julianische hinkte zu der Zeit gewissermaßen dem Jahreslauf um zehn Tage hinterher. Und so wurde beschlossen, in einer Zeit, in der es verhältnismäßig wenig Tagesheilige gab, einen Datumssprung von zehn Tagen zu machen, quasi: vorspulen auf den 15. Oktober. Teresa ist die Person der Weltgeschichte, deren Todes- und Beerdigungsdatum mit diesem Datumssprung zusammenfällt.

Aber das war, wie gesagt, ein Zufall – wenn auch ein spektakulärer. Das reicht noch nicht für einen Superhelden-Status. Im Allgemeinen zeichnen die sich ja besonders durch Superkräfte aus, enorme Stärke, speziellen Klamotten usw.

Beides hatte Teresa von Avila, nüchtern gesagt, nicht. Sie trug eines der vielleicht unauffälligsten Ordensgewänder, die es gibt. Und sie sorgte sogar dafür, dass ihr Orden zurückfand zur einst selbstauferlegten Armut und nannte ihren Reformzweig daher sinnfällig „die unbeschuhten Karmeliter“. Also: nix mit ausgefallenen Klamotten. Und von enormer Stärke kann auch keine Rede sein. Teresa war oft von Krankheit gezeichnet. Einmal lag sie sogar drei Tage in Schockstarre und galt wie Tod. Nur langsam kämpfte sie sich ins Leben zurück. Nein, Teresa war nicht mit physischer Stärke gesegnet. Ihre Stärke war ihr Glauben, der – und das finde ich für die damalige Zeit spektakulär – absolut bodenständig blieb. Ihr Gebet: Keine verschraubten Floskeln, sondern ein offenes und klares Wort, wie unter Freunden. Daher nannte sie auch das Gebet: Gespräch mit einem Freund.

Am besten gefällt mir diese Geschichte, die man sich erzählt:

Einmal soll Teresa sich im Gebet über all die vielen Widerwärtigkeiten beschwert haben, unter denen sie zu leiden hätte.

"So behandele ich meine Freunde", soll der Herr ihr geantwortet haben und Teresa daraufhin: "Darum hast Du auch nur so wenige."

Basta. Das ist doch mal eine Ansage. Klar, so sagt man sich das vielleicht unter Freunden. Aber: Würden Sie sich trauen, das Gott so ins Gesicht zu sagen? Ich finde das stark! Simone de Beauvoir, die große Figur der Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts hat Teresa dafür besonders geschätzt, dass sie ganz und gar unfrömmelnd eine freie Gottesbeziehung eingegangen ist, als Frau, in einer männerdominierten Kirche, damals im 16. Jahrhundert.

Mich beeindruckt einer ihrer berühmtesten Basta-Sätze. Und ich gebe zu, den sage ich mir selbst in manch dunklen Stunden: Nichts soll dich ängstigen, nichts soll dich quälen – Gott allein genugt“. "Solo dios, basta!“

* http://www.marienschwestern-vorau.at/15-Oktober-2012-Teresa-von-Avila.15oktober2012teresavonavi.0.html

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