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Sonntagskirche | 01.05.2016 | 08:55 Uhr

Tag der Arbeit

Alles neu macht der Mai – ich wünsche es Ihnen und grüße Sie herzlich an diesem Morgen des neuen Monats. 1. Mai, Tag der Arbeit, heute gleichzeitig Sonntag und Feiertag.

Ist ja immer ein bisschen ärgerlich, wenn das auf einen Tag fällt. Gibt schon selten genug etwas vom Staat geschenkt – dieses Jahr also leider keinen extra Tag frei. Schade. Einfach nur Sonntag, wie immer. Als Extra obendrauf höchstens volle Straßen und Wanderwege, übersät mit Bollerwagen und Fahrrädern.

Das ist zumindest das erste, was mir zum 1. Mai einfällt. Erst danach sagt der Verstand: Es ist vor allem der „Tag der Arbeit“! Da geht’s um Gewerkschaften, gerechten Lohn und vieles mehr. Wussten Sie, dass dieser Tag nahezu auf der ganzen Welt begangen wird? Unsere Art, am 1. Mai den Frühling zu begrüßen und gleichzeitig Kundgebungen stattfinden zu lassen, würde auch ganz gut nach Frankreich passen. Dort feiert man heute „la Fête du travail“, das „Fest der Arbeit“ und schenkt einander Maiglöckchen als Glücksbringer.

Was die uns fehlende Extra-Freizeit in diesem Jahr betrifft: Das machen die Japaner besser. Fällt dort der 1. Mai auf einen Sonntag, ist der folgende Montag für alle Beschäftigten frei. Das nenne ich doch mal eine arbeitnehmerfreundliche Lösung.

Dabei ist der Anlass für diesen „Tag der Arbeit“ ein trauriger und leider brandaktueller denn je: Zum 1. Mai 1886 wurde in Chicago erstmals zum Streik für bessere Arbeitsbedingungen aufgerufen. Es kam damals zu mehrtägigen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Polizei. Trauriger Höhepunkt war ein Bombenanschlag eines Unbekannten: Am Ende waren über 200 Menschen verletzt und knapp 40 Menschen tot.

Es wird still in mir, wenn ich mir dieses Bild vor Augen rufe. Erst recht, wo es mir in letzter Zeit so oft wieder begegnet. Alles neu macht der Mai? Ich weiß nicht. Viel haben wir nicht neu dazu gelernt. Wo hat die Menschheit an sich gearbeitet, wenn Einzelne noch immer versuchen, ihre Interessen mit Gewalt und Terror durchzusetzen? Meist erfahren wir noch nicht einmal, worum es eigentlich geht. Wir erleben nur: Angst und Schrecken zu verbreiten ist scheinbar zum Selbstzweck geworden. Und wir stehen vor der großen Aufgabe, Menschen die Türen zu öffnen, die vor Terror und Krieg fliehen. Ihnen Starthilfe in ein neues Zuhause und ein neues Leben zu geben. Starthilfe auch dabei, Arbeit zu finden in unserem Land, das Arbeitskräfte dringend braucht.

Vielleicht ist es gut, dass der Tag der Arbeit in diesen Zeiten einmal auf einen Sonntag fällt. Mich erinnert er daran, dass ich mir eben nicht alles selbst erarbeitet habe. Und dass ich froh sein kann, dass auch mir einer Starthilfe gegeben hat. Ich bin dankbar um jeden Tag, an dem Gott die Sonne für mich aufgehen lässt. Dass ich jetzt zusehen darf wie alles erblüht und wächst, ganz ohne mein Zutun. Überall zeigt sich jetzt die Kraft meines Schöpfers – und ich darf sie heute, am Sonntag, einfach nur genießen. Lächelnd denke ich da an den Abschlussbericht über die sechstägige Arbeit Gottes: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31; Lutherübersetzung).

Arbeiten und etwas schaffen ist wichtig. Es einfach mal gut sein lassen – die Dinge, die ich tue und alle Menschen, denen ich begegne – ist es auch. In diesem Sinne: Lassen Sie es heute mal gut sein.

Ihre Daniela Kirschkowski, Pfarrerin in Marl.

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