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Kirche in WDR 4 | 03.10.2015 | 08:55 Uhr

Tag der Deutschen Einheit

Guten Morgen,

heute vor 25 Jahren, 45 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, endete die Geschichte des geteilten Deutschlands. Aus der ehemaligen DDR, der Deutschen Demokratischen Republik, und der BRD, der Bundesrepublik Deutschland, wurde durch die Wiedervereinigung ein deutscher Staat. Ein großes Ziel vieler schien erreicht! Es begann im Herbst 1989 im Osten Deutschlands. Friedensgebete in Kirchen, Montagsdemonstrationen und die Parole: „Wir sind das Volk!“. Was am 9. November 1989 mit der Öffnung der Mauer zum Durchbruch kam, wurde nach intensiven diplomatischen Bemühungen und vielen innerdeutschen Verhandlungen zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Viele nennen das, was in dieser Zeit an radikalen Umbrüchen geschah, eine friedliche Revolution. In den Folgejahren war allerdings harte Arbeit zu leisten: ökologische Wüstenlandschaften wurden beseitigt, marode Staatsbetriebe aufgegeben, Städtebau und Infrastruktur wurden gefördert. War da zunächst Begeisterung über den Fall der Mauer, so folgten schon bald auch verstörende Begegnungen zwischen den nahen fernen Nachbarn. Worte wie „Besser-Wessi“ oder „Dunkel-Deutschland“ spiegelten das wider.

1989/1990 war eine dramatische und spannende Zeit. Mein Eindruck damals war: Nun kommt Bewegung in die Politik, jetzt lässt sich wirklich etwas verändern. Neue Parteien entstanden, und plötzlich wurde gesamtdeutsch diskutiert, was bundesrepublikanisch so selbstverständlich war: über die NATO-Zugehörigkeit, über die Weiterentwicklung oder Neuformulierung des Grundgesetzes. Viele Veränderungen schienen möglich. Doch am Ende gab es – mal abgesehen vom gesamtdeutschen Soli, dem Solidaritätszuschlag - gravierende Veränderungen vor allem für die Menschen in Ostdeutschland. Sie bekamen die D-Mark wie gewünscht und das westdeutsche Wirtschafts- und Sozialsystem. Die Wiedervereinigung war ein konsequenter Anschluss von Ost nach West. Das mag realpolitisch der vernünftigste Weg gewesen sein. Aber für viele Menschen in den neuen Bundesländern entstand ein Gefühl der vollständigen Entwertung ihrer Ost-Erfahrungen.

Und heute? Es wird wie jedes Jahr seit 1990 am 3. Oktober gefeiert. Keine Frage, es gibt wirklich etwas zu feiern: eben eine friedliche Revolution. Beseitigt wurde ohne Gewalt und Blutvergießen ein Staatssystem, das Menschen bespitzelte, Meinungsfreiheit nicht duldete, Reisefreiheit nicht kannte, Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung inhaftierte und freie Wahlen nicht zuließ. Dafür können wir Gott dankbar sein. Auch und gerade deshalb, weil wir vielfach anderes erleben: politische Umwälzungen – etwa der „arabische Frühling“ – enden weltweit regelmäßig im Chaos und in rechtsfreien Räumen. Diktatoren verschwinden, aber der menschenverachtende Terror regiert anschließend ungehemmt weiter.

Die Folgen von Krieg, Terror und Gewalt, aber auch von bitterster Armut rücken in unser Blickfeld, rücken uns auf den Leib. Die flüchtenden Frauen, Kinder und Männer – sie bleiben nicht mehr vor den EU-Außengrenzen. Seit Wochen kommen sie in großer Zahl in unser Land. Wir müssen teilen. Wir müssen zusammenrücken. Grenzen – das sind allenfalls Hilfskonstruktionen, die staatliche Zuständigkeiten regeln. Sie dürfen aber nicht zu Orten werden, wo die Menschlichkeit beerdigt wird. Auf Gottes Erde gibt es schon immer nur eine grenzübergreifende Menschheitsfamilie: So weit das Auge reicht: Gottes Kinder! „Wir sind sein Volk, wir sind ein Volk!“

Grenzen hatten 1989 ausgedient. Und sie lösen auch heute kein Menschheitsproblem, findet Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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