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Kirche in WDR 3 | 02.10.2018 | 07:50 Uhr

Tag der Gewaltlosigkeit

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Am heutigen Gedenktag kann es keinen besseren Einstieg geben als diesen Ausschnitt aus der Bibel:

Sprecher:

„Denn von Zion kommt die Weisung, aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn. Er spricht Recht im Streit vieler Völker, er weist mächtige Nationen zurecht bis in die Ferne. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“

Heute ist der Internationale Tag der Gewaltlosigkeit. Und der Abschnitt, den Sie gerade hörten, der entstammt der uralten Friedensvision des biblischen Propheten Jesaja. Er bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass es einen Moment geben wird, an dem Krieg und Gewalt sich nicht auf Gott berufen können. Pflugscharen statt Schwerter und Winzermesser statt Lanzen!

Ein deutlicher Aufruf zur Gewaltlosigkeit!

Seit elf Jahren nun schon wird am 2. Oktober der Internationale Welttag der Gewaltlosigkeit begangen. Und dass nicht ohne Grund. Denn heute ist der Geburtstag von Mahatma Gandhi. Durch friedliche Mittel wie Streiks und Protestmärsche hatte Gandhi maßgeblichen Einfluss auf die Unabhängigkeit Indiens.

Daher ist dieser Tag einer der drei offiziellen Nationalfeiertage in Indien und er ist speziell Mahatma Gandhi gewidmet, dem “Vater der Nation“.

Im Sommer 2007 brachte der damalige indische Außenminister den Vorschlag ein, diesen Tag zum Internationalen Welttag der Gewaltlosigkeit zu ernennen. Und so kam es für alle UN-Mitgliedsstaaten.

Gandhi war tatsächlich ein „Genie der Gewaltlosigkeit“ . Den indischen Freiheitskampf führte er radikal mit dem Verzicht auf jegliche Waffen.

Sprecher:

"Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamen Willen"

Gewaltlosigkeit war für Gandhi nicht einfach passiver Widerstand. Dahinter stand ein Appell an das Gewissen der Stärkeren.

Die einzige Chance für die Schwachen ihre Stärke zu zeigen, lag aus seiner Sicht im demonstrativen Ertragen von Unterdrückung.

Sprecher:

"Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren"

Gewaltlosigkeit war für Gandhi die einzige Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben aller Völker und Religionen.

Sprecher:

"Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein."

Damit bezog sich Gandhi auf das uralte Prinzip aus der Bibel. Auge um Auge – Zahn um Zahn. So heißt es im Alten Testamemt, in dem auch die Friedensvision des Propheten Jesaja steht. Es stimmt: Die Bibel ist ein vielstimmiger Chor – auch in Bezug auf das Thema Gewalt. Aber selbst Gandhi, der selbst kein Christ war, sondern Hindu, traute der Bibel eine große Rolle zu in der Revolution der Gewaltlosigkeit. Gandhi hat den Christen einmal unmissverständlich ins Gewissen geredet, was eigentlich für ein Schatz an Werten und Wissen in ihren Händen liegt.

Sprecher:

Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen; dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist, sonst weiter nichts.

Was mich beeindruckt: die Sprache. Da spricht das Genie der Gewaltlosigkeit in Bezug auf die Bibel von Dynamit. Und er meint damit die Sprengkraft. Der Hindu Gandhi traute der Bibel vielleicht mehr zu, als mancher Christ. Er traute der Friedensvision des Propheten Jesaja ebenso wie den Worten Jesu, auch die andere Wange hinzuhalten. Denn im Grunde war Jesus in seinem Leben und Sterben sein Bruder im Geiste.

Schwerter zu Pflugscharen. Winzermesser aus Lanzen. Die Stärke der Schwachen. Daran will ich heute glauben, am Tag der Gewaltlosigkeit. Sie auch?

Einen guten Tag wünscht Peter Krawczack aus Düsseldorf

** https://www.zeit.de/1969/40/das-genie-der-gewaltlosigkeit/komplettansicht

Alle Zitate: http://zitate.net/mahatma-gandhi-zitate?p=2

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