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Kirche in WDR 2 | 25.09.2014 | 05:55 Uhr

Tag des Flüchtlings

Die Nachrichten sind voll von Krieg und Terror. Ukraine, Gaza, Irak. In Syrien sind allein wegen des Bürgerkriegs neun Millionen Menschen auf der Flucht. Im Irak sind bereits Hunderttausende vor dem „Islamischen Staat“ geflohen. Die Terroristen richten wahllos „Ungläubige“ hin, foltern sie und entführen Frauen und Kinder. Sie stehlen den Menschen ihre Heimat und missbrauchen dafür ihre Religion.

Ich weiß nicht, wie es ist, ein Flüchtling zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wegen meiner Religion verfolgt zu werden. Denn überall, wo ich bisher gelebt habe, gab es Kirchen. Überall fand ich Leute, mit denen ich das Vater unser beten oder zur Gabenbereitung niederknien konnte. So war es auch während meines Studiums in Israel und der Türkei. Das Christentum ist meine Heimat – egal wo ich wohne.

Wenn ich im Moment Nachrichten höre, bin ich wütend und traurig, weil sich Menschen anmaßen, die einzigen Vertreter einer wahren Religion zu sein. Kein Mensch hat das Recht, das zu beurteilen. Niemand von uns darf sich anmaßen, Gottes Willen auszuführen.

Es ist nicht im Sinne des Islam, wenn die brutalen Kämpfer von IS Menschen zum Religionswechsel oder zur Flucht zwingen. Manche Leute in Deutschland sagen, dass der Islam eine Religion des Krieges ist. Muslime seien rückwärtsgewandt und antidemokratisch. Sie liegen darin genauso falsch wie die IS-Kämpfer. Denn der Koran sagt, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Die Muslime in meinem Umfeld finden die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ genauso schrecklich wie ich. Sie beten für die Menschen, die auf der Flucht sind.

Was tue ich eigentlich für Flüchtlinge? Außer beten bisher nicht viel. Aber das tue ich in dem Wissen, dass viele andere – egal aus welcher Religion – das auch machen. Und ich bin überzeugt, dass Frieden möglich ist. Aber wir müssen etwas dafür tun. In der Bibel ist der Weg dahin sehr klar dargestellt:

„Durch Christus wurde euch die Freiheit geschenkt! Das bedeutet aber nicht, dass ihr jetzt tun und lassen könnt, was ihr wollt. Jesus hat gesagt: ‚Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‘ Wenn ihr aber wie die Wölfe übereinander herfallt, dann passt nur auf, dass ihr euch dabei nicht gegenseitig fresst.“ (Gal 5,13ff)

Morgen ist Tag des Flüchtlings. Ich will dafür einstehen, dass Flüchtlinge, egal woher sie kommen und welcher Religion sie angehören, hier in Deutschland Zuflucht finden. Ich will nicht, dass wir ein Volk von Wölfen werden, die aus Angst um den eigenen Wohlstand andere ausgrenzen.

Copyright Vorschaubild: Vito Manzari CCBY 2.0 flickr

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