Aktuelles

Beiträge auf wdr4 

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 04.12. 2018 | 08:55 Uhr

Tohuwabohu

Guten Morgen!

„Ist das mal wieder ein Tohuwabohu!“ Der Boden des Kinderzimmers ist bedeckt mit Spielzeugteilen. Da liegen Ritter und Cowboys, kleine und große Figuren. Meine Kinder haben es geliebt, mit den bunten Steinen und Figuren neue Welten zu bauen. Aber irgendwann geht das Spiel nicht mehr weiter, weil viele Teile so verstreut herumliegen. In solchen Situationen hieß es: „Jetzt müssen wir erst mal wieder aufräumen.“

Wenn dann nach dem Sortieren alle Teilchen wieder schön geordnet in Kästchen liegen, ist alles wieder greifbar, um eine neue Geschichte zu spielen. So ein Durcheinander, ein Tohuwabohu gibt es nicht nur im Kinderzimmer. Manchmal gibt es auch ein großes Durcheinander auf meinem Schreibtisch. Wenn ich viel zu tun habe und nicht mehr dazu komme, Bücher, Hefte und Ordner wieder dahin zurückzulegen, wo sie hingehören. In so einer Unordnung macht mir die Vorbereitung meiner Predigt keine Freude mehr. Da weiß ich manchmal nicht mehr, wo mir der Kopf steht und muss erst einmal den Schreibtisch aufräumen.

Die Redensart vom Tohuwabohu stammt aus dem Schöpfungsbericht, ganz am Anfang der Bibel.

Da heißt es:

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde und auf der Erde war ein Tohuwabohu. Und es war finster auf der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: es werde Licht.“ (1.Mose 1,1)

Wir leben heute in einer digitalisierten Welt, in der wir beschenkt sind mit vielen Möglichkeiten. Das Internet ist da wie ein Füllhorn von Möglichkeiten, mit denen ich Geschichten meines Lebens gestalten oder schreiben kann. Aber die große Zahl der Möglichkeiten verwirrt oft und führt dazu, dass ich in manchen Dingen eher orientierungslos werde.

Da suche ich im Internet ein bestimmtes Zubehör für meine Fotoausrüstung. Und je länger ich suche, desto mehr unterschiedliche Meinungen dazu finde ich. Und bei jedem Produkt finde ich garantiert am Ende jemanden, der mich eindringlich davor warnt, gerade dieses Teil zu kaufen, von dem ich eben noch meinte, dass es das Beste sei. Und manchmal klapp ich dann den Laptop zu, weil ich nicht mehr weiß, wo mir mein Kopf steht vor den vielen Empfehlungen oder Warnungen.

Am meisten hilft es mir da, wenn ich jemanden kenne, mit dem ich darüber reden kann. Ein Freund, der sich auskennt. Und auch in einer globalisierten Welt brauchen wir jemand, der uns eine Orientierung gibt. Jemand, der uns hilft, das Durcheinander, das ganze Tohuwabohu auf dem Boden unserer Erde zu ordnen, damit unser Leben wieder spielerischer und schöpferischer werden kann.

Als Christ bekenne ich, dass Gott mein Vater ist. Gott hilft mir, mich und mein Umfeld, die Gesellschaft immer wieder neu zu sortieren. Gott begegnet mir durch die Heilige Schrift, aber auch durch die Worte von Mitchristen und durch die Predigt im Gottesdienst. Deshalb sind für mich Zeiten der Stille und das Gespräch mit Gott im Gebet wichtige Zeiten. Auch, wenn das manchmal mühsam ist und Anstrengung kostet. So ähnlich wie für unsere Kinder damals das Aufräumen keine angenehme Tätigkeit war und doch: Der Start für ein neues, schöpferisches Spiel.

Ihr Christoph Neumann, Pastor in Hemer.

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen