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Kirche in WDR 5 | 04.06.2016 | 06:55 Uhr

„Treuepunkte“

Guten Morgen!

„Sammeln Sie Treuepunkte?“, fragt mich die Kassiererin im Supermarkt. Ich bin noch damit beschäftigt, die Lebensmittel in meinen Einkaufswagen zu legen und mein Portemonnaie herauszuholen. Ob ich Treuepunkte sammle? „Ja, geben Sie mir ruhig welche mit“ ist meine Antwort. Zu Hause muss ich überhaupt erstmal schauen, ob ich das entsprechende Couponheft habe.

Treuepunkte! Eigentlich eine sehr pfiffige Idee für die Kundenbindung. Aber machen gerade Klebepunkte mich treu gegenüber diesem Geschäft? Oder sind es nicht vielleicht mehr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einfach einen guten Job machen und ihrem Geschäft ein Gesicht geben?

Vielleicht sollte ich nochmal über den Begriff der Treue nachdenken. Er ist ja schon ein wenig in die Jahre gekommen. Und wenn, dann wird er oft im negativen Sinn gebraucht: Da hat jemand Geld veruntreut oder ist durch einen „Seitensprung“ untreu geworden. Das sind meistens reißerische Nachrichten – im Großen und im Kleinen – und sie verbreiten sich ziemlich schnell.

Wenn ich dagegen einem anderen Menschen die Treue verspreche, dann klingt das schnell einengend und altmodisch. Gilt nicht heutzutage, sich möglichst viele Optionen offen zu halten? Und doch: Treue zählt noch immer. Im Gegenteil; ich glaube, viele Menschen sehnen sich gerade heute nach Beständigkeit, Verlässlichkeit und, ja: Treue. Vielleicht unter andere Begriffe gefasst: loyal, zuverlässig, verbindlich. So wünscht sich ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter und sicher auch umgekehrt; so wünschen sich Menschen ihre Partnerin oder ihren Partner, mit dem man gemeinsam durch das Leben gehen möchte.

Ausgerechnet ein Datingportal hat in einer Studie herausgefunden: Gerade für unter 30-Jährige ist Treue zentral. Für 70 Prozent ist Treue in der Beziehung so wichtig wie das Amen in der Kirche.

Bei den Treuepunkten weiß ich, worauf ich mich einlasse, wenn ich das Kleingedruckte lese: Wie viele Punkte muss ich sammeln, um etwas zu bekommen.

Im Leben ist es da mit der Treue manchmal etwas schwieriger. Da kann sich vieles anders entwickeln, als vorher gedacht. Da durchkreuzt etwas mein bisheriges Leben, Denken und Fühlen.

Aber dennoch: Treue ist die Grundlage für jede Beziehung. Mutter Teresa hat das einmal so formuliert: „Gott hat uns nicht zum Erfolg berufen, nur zur Treue. Wir können keine großen Dinge tun, nur kleine mit großer Liebe.“

Treue bewährt sich in den kleinen Dingen und in den kleinen Schritten durchs gemeinsame Leben.

Auch heute werden sich wieder im ganzen Land viele Paare bei ihrer Hochzeit die Treue versprechen. Das ist ein großes Wort, ich weiß. Und keiner kann garantieren, dass dieses Versprechen tatsächlich eingelöst wird – das kann nur die Zeit zeigen. Vielleicht hilft zur Erinnerung, ein Treuepunkt im Portemonnaie – warum nicht vom Supermarkt um die Ecke?

Ein gutes Wochenende und allen Hochzeitspaaren eine fröhliche Feier wünscht Kaplan Andreas Möhlig aus Würselen.

* https://www.elitepartner.de/magazin/studie-treue-ist-juengeren-wichtiger.html

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