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Sonntagskirche | 20.11.2016 | 08:55 Uhr

Tschüss, Adieu und bis bald

Guten Morgen.

Willi ging in die dritte Klasse. Acht Jahre war er alt. Bald neun. Er tobte gern, raufte am liebsten mit gleich Starken, hatte Freude am Unsinn machen, und konnte aus vollem Herzen lachen - wie die anderen Kinder auch. Doch dann stellte sich ein großer Unterschied ein: Oft litt Willi unter Kopfschmerzen, hatte Schwindelanfälle, bekam sogar einen Krampf, mitten im Unterricht. Dann die schlimme Diagnose: Willi hatte einen Gehirntumor. Der wurde operiert, bestrahlt, bekämpft mit Chemotherapie - Willi ging es elend.

Die Kinder seiner Klasse bekamen es mit. Sie hielten Willis Krankheit aus mit ihrer Nähe, besuchten ihn, sobald das ging und lachten auch manches weg mit ihrer Freude. Und doch war die Krankheit stärker. Willi starb.

Die Kinder wollten ihn auch im Tod begleiten. Mitgehen zu seiner Beerdigung. Doch die meisten Eltern waren dagegen. Sie wollten die Kinder schützen - und schützten vor allem wohl sich selbst.

Die Kinder setzten sich durch. Sie gingen zu Willis Beerdigung - die ganze Klasse mit Eltern und Lehrerin. Jedes Kind malte ein Bild. Sie banden alle zusammen - zu einem großen Bilderbuch. Für Willis Grab. Einer hatte Willi in Gott hinein gemalt. Gott ist hier dick und rund und hat für vieles Platz. Platz fanden die Kinder auch für ein Bild vom Zebra, damit die Tiere nicht vergessen werden. Willi hatte gerne mit Tieren gespielt. Bäume hatten sie gemalt, eine Sonne, weiße Wolken und Willi oben darauf. Alles war in den Bildern versammelt, was Willi lieb war und er gern mochte. Tschüss hatten sie noch auf ein Bild geschrieben, Adieu und Bis bald. Gängige Wünsche aus dem Schulalltag.

Doch zu Willis Beerdigung bekamen sie einen neuen Klang: Tschüss, Adieu und Bis bald. Was schrieben die Kinder da? Wirklich: Bis bald?

Die Erfahrung sagt: Der Tod hat das letzte Wort. Wer einmal tot daliegt, der wird nicht mehr lebendig. Doch die Kinder gönnten dem Tod das letzte Wort nicht.

Wer hat’s den Kindern beim Malen eingegeben? Wohl keine Lehrerin, auch keine Mutter und kein Vater. Kinder können so manches Mal Erwachsenen Bilder und Worte leihen.

Wie diese Kinder uns heute Worte leihen – am Totensonntag. Die Kinder gönnten dem Tod das letzte Wort nicht: Tschüss sagten sie, Adieu - Geh mit Gott und Bis bald. Und lenken so heute auch unseren Blick über den Horizont hinaus - in Gottes Ewigkeit.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Alfred Buß aus Unna.

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