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Sonntagskirche | 19.04.2015 | 08:55 Uhr

Türöffner

Einen guten Morgen. Alle saßen wir am Frühstückstisch. Keiner fehlte. Doch plötzlich hörten wir Schritte in unserem Pfarrhaus. Da kam doch jemand die Treppe runter. Der Hund konnte es nicht sein – der saß ja bei uns. Erschrocken schauten wir uns an: Wer ist das? – Da schallte uns schon ein fröhliches Guten Morgen entgegen. Michael stand in der Tür, unser Neffe und Cousin. Wo kommst Du denn her? - Von oben. – sagte er. Wie - von oben?- Aus dem Bett. - Wie aus dem Bett? Du warst doch gestern Abend noch gar nicht hier? - Nein, ich bin heute Nacht gekommen – mit dem Motorrad. Michael hatte kurz zuvor ein halbes Jahr bei uns gewohnt. Während seines Praktikums. Er kannte sich bei uns aus. Und wie bist Du reingekommen? - Ich habe durchs Toilettenfenster Schnute gerufen. Schnute war unsere Boxerhündin. Sie konnte Türen aufmachen. Schnute hat mir aufgemacht – sagte Michael. Ich wollte Euch doch nicht wecken mitten in der Nacht.

Ja, was ist das denn?, wird nun mancher fragen. Ein Hund, der nachts Türen aufmacht? Hunde sind doch umgekehrt dazu da, die Wohnung zu schützen vor Einbrechern und Dieben.

Seit Jahrtausenden ist der Hund Gefährte des Menschen. Hirtenhunde begleiten von alters her die Hirten und ihre Herden. Sie wehren wilde Tiere oder Viehdiebe ab und halten die Herde fest zusammen. Schutzhunde sind sie nach außen und Hütehunde nach innen, passen auf, dass kein Schaf verlorengeht.

Auch unsere Boxerhündin Schnute wusste genau zu unterscheiden. Mit lautem Getöse konnte sie Gefahren verbellen, Michael aber öffnete sie freudig wedelnd die Tür. Der gehörte zwar nicht zu unserer engeren Familie, aber Schnute hatte ihn längst eingemeindet, selbst mitten in der Nacht. Verlässlich war Schnute - wie ein guter Hirtenhund.

So verlässlich wie sein Hund ist auch ein guter Hirte. Wie’s Gescherr, so der Herr. Ein Hirte läuft nicht einfach weg, wenn Gefahr droht. Er lässt seine Herde nicht im Stich. Sie kann sich ganz und gar auf ihn verlassen. Auch in größter Gefahr. Ein guter Hirte lässt sogar sein Leben für die Schafe.

Heute ist der Sonntag des guten Hirten. In einer römischen Katakombe, tief unter der Erde, wo sich die frühen Christen heimlich versammelten, findet sich das älteste Christusbild. Man sieht einen jungen Mann, der sich ein Schaf über seine Schultern gelegt hat. Mit weit ausholender Geste hält er andere Schafe bei sich. Fast zärtlich wirkt er, voller Fürsorge.

In einem alten biblischen Psalm heißt es:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. (Psalm 23)

Christus ist mein guter Hirte im Leben und im Sterben. Mir wird nichts mangeln. Er erquickt meine Seele. Und er öffnet Türen, selbst in der Nacht. Und selbst, wenn ich’s kaum glauben kann. Er öffnet Türen ins Leben.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen, Ihr Pfarrer Alfred Buß aus Unna.

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