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Kirche in WDR 3 | 20.12.2013 | 07:50 Uhr

Überraschungen

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

„Was wird der heutige Tag wohl bringen?“ Vielleicht ist ihnen diese Frage am Morgen nicht fremd. Mir macht sie deutlich: Ich kann nicht alles planen oder im voraus organisieren. Vor Überraschungen bin ich nicht gefeit. Überraschungen kommen so oder so.

Aber, wie reagiere ich auf Unerwartetes, auf Unvorhergesehenes? Es hängt viel davon ab, ob es sich um gute oder böse Überraschungen handelt.

Ein Anruf zum Beispiel, der den ungeplanten Besuch eines Freundes ankündigt, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe, löst bei mir große Freude aus. Zwar muss ich meine Pläne, die ich für den Tag geschmiedet hatte, umwerfen, aber das tue ich gerne, in froher Erwartung auf das Wiedersehen.

Aber wie kann ich mit bösen Überraschungen umgehen? Eine traurige Nachricht über die Krankheit eines Angehörigen erreicht mich, den ich in der vergangenen Woche noch scheinbar gesund und voller Energie erlebt habe. Diese Nachricht beschäftigt mich, macht mich nachdenklich. Manchmal ist es so, dass Menschen, die selbst unmittelbar betroffen sind, aus der Bahn geworfen werden und verzweifeln. Andere beginnen, sich zu wehren und kämpfen.

Überraschungen, gute oder böse, können kurzfristig und auch nachhaltig Pläne durchkreuzen, dem Leben eine Wende geben und es verändern.

Von einer solchen Überraschung mit Konsequenzen für das ganze Leben berichtet auch das Neue Testament: Maria ist eine junge Frau. Verlobt mit dem Zimmermann Josef, wohnt sie in einem eher unbedeutenden Dorf mit Namen Nazareth, das zudem einen schlechten Ruf hat. Eines Tages, so ihre Lebensperspektive, wird sie Josef heiraten, eine Familie gründen, Kinder erziehen und einfach die Frau dieses Handwerkers aus dem Geschlechte Davids sein.

Völlig überraschend, so erzählt die Bibel, erhält sie Besuch. Gabriel, der Bote Gottes, sucht sie in ihrer Wohnung in Nazareth auf. Sie soll ein Kind gebären. Maria fragt zurück: „Wie kann das geschehen?“ „Wie komme ich, die Jungfrau, zu einem Kind? Das ist unmöglich“.

Die Antwort des Engels ist eindeutig: „Für Gott ist nichts unmöglich“.

Darauf sagt Maria: „Ja. Siehe ich bin die Magd des Herrn.“

Der unerwartete Besuch des Boten Gottes und die Bereitschaft Marias dem Boten zu vertrauen, haben nicht nur das Leben dieser Frau und des Josef plötzlich verändert. Es hat die Weltgeschichte entschieden geprägt, unzähligen Menschen Trost und Hoffnung geschenkt, Kraft und Zuversicht verliehen.

Denn so konnte Jesus in die Welt kommen, der Sohn Gottes, ein wahres Geschenk des Himmels.

Für mich geschehen aber auch heute noch Überraschungen, die vielleicht auch die Welt verändern, sicherlich aber die Katholische Kirche. Am 13 März dieses Jahres wurde Jorge Kardinal Bergoglio zum Papst gewählt, der Erzbischof von Buenos Aires in Argentinien, der Mann vom anderen Ende der Welt.

Nach seiner Wahl sogleich die nächste Überraschung: er begrüßte die Menschen in aller Welt vom Balkon des Petersdomes aus, ganz einfach mit: „Guten Abend“. Seine Zurückhaltung und Bescheidenheit im Auftreten und in der Kleidung fielen sofort ins Auge. Und viele staunten, als er die Menschen auf dem Petersplatz und auf der Welt bat, erst einmal für ihn zu beten und ihn zu segnen, bevor er dann sie segnete.

Bis heute beeindrucken seine Gesten, seine Worte, seine Menschlichkeit viele Menschen bis heute, ob sie der Kirche nahe stehen oder sich von ihr abgewandt haben.

Die größte Überraschung war wohl diese Wahl für Jorge Maria Bergoglio selbst. Sie hat sein Leben verändert. Bei einer Gelegenheit sagte er: „Ich kann nicht einmal unbemerkt Eis essen gehen in einer Eisdiele in Rom“. Die Wahl bedeutet eine tiefe Lebenswende für ihn. Im Vertrauen auf Gott hat er sie angenommen.

Liebe Hörerinnen und Hörer, keiner von uns weiß, was der heutige Tag bringen wird, oder was sich im Leben noch ereignen wird.

Aber ich wünsche Ihnen die Feinfühligkeit für überraschende Augenblicke am heutigen Tag und die Kraft, unerwartete Ereignisse anzunehmen und anzugehen. Gott schenke ihnen dazu seinen Segen.

Es grüßt Sie Ihr Bernd Klaschka aus Essen.

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