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Sonntagskirche | 20.05.2018 | 08:55 Uhr

Übersprudelnder Durst

Guten Morgen!

Eine Frau.

In sengender Mittagshitze, einen Krug auf dem Kopf,

so geht sie zum Brunnen, um Wasser zu holen.

Besser ist es

früh am Morgen oder spät am Abend hierher zu kommen.

Wie die anderen.

Dann ist es nicht so heiß.

Aber dann ist natürlich auch mehr los.

Darauf hat sie keine Lust.

Auf die Frauen ihres Dorfes,

ihr Gerede, ihre Blicke.

Mittags ist hier keiner.

Normalerweise.

Heute ist etwas anders.

Da sitzt jemand,

auf der Bank,

im Schatten des alten Olivenbaums.

Sie zögert.

Ein Mann, ein Fremder.

Komisch, er hat keinen Krug dabei.

Was will er hier?

Sie geht weiter,

nur schnell zum Brunnen und Wasser holen.

Da spricht er sie an:

„Gib mir zu trinken!“

Sie geht einen Schritt zurück.

„Ich bin eine Fremde. Und eine Frau.

Wie kommst du darauf mich anzusprechen?“

Er schaut sie an:

„Wenn du wüsstest, wer ich bin,

würdest du mich um Wasser bitten.“

Was sie nicht versteht.

Er hat gar nichts zum Schöpfen bei sich.

Stattdessen fängt er an zu reden.

Über Durst.

Und über Wasser - eins, das wirklich stillt.

Sie denkt nach:

‚Ob es das gibt?

Was er wohl meint?’

Sie lässt es drauf ankommen:

„Gib mir davon!

Dann muss ich nicht mehr hierher kommen ...“

Und er sagt: „Hol deinen Mann noch dazu!“

Sie zuckt zurück. Wie kommt er darauf?

Er spricht weiter.

Von ihren letzten fünf Beziehungen,

und der einen, die noch läuft,

aber eigentlich auch schon vorbei ist.

Woher weiß er?

Sie verschränkt die Arme,

fühlt sich durchschaut.

Und doch ...

fühlt es sich nicht so an wie sonst,

wenn ihre Nachbarinnen über sie reden.

Es fühlt sich eher an wie:

gesehen, erkannt ... da weiß jemand um mich

und um meinen Durst.

Er hat Recht, der Fremde.

Durst hat sie. Großen.

Und das Wasser hier

wird wohl nicht reichen, um ihn zu stillen.

Und plötzlich erinnert sie sich

an die Erzählungen der Alten,

an die Hoffnungen, die weitergetragen wurden

durch die Jahrhunderte hindurch,

von Generation zu Generation,

und sie sagt:

„Eines Tages wird einer kommen,

der allen Durst stillen wird,

Christus.“

Daraufhin schaut er sie lange an und sagt:

„Ich bin es,

der mit dir redet“.

Da

ist es

um sie

geschehen.

Sie stellt ihren Krug ab,

dreht sich um,

läuft ins Dorf.

Hin zu den Menschen,

vor denen sie zuvor weggelaufen ist.

Sie, sonst so ein stilles Wasser,

sprudelt jetzt über,

erzählt, wen sie getroffen hat.

Heute.

Am Brunnen.

Wie er sie getroffen hat.

Erkannt hat.

Verbunden hat.

Ihren Durst.

Mit der Quelle.

Von innen her.

Die Menschen verstehen nicht ganz.

Aber sie spüren, alles ist anders.

Und sie gehen nachschauen,

beim Brunnen.

Gehen ihrem eigenen Durst auf den Grund

und dieser göttlichen Quelle.

Einen Sonntag

mit zutiefst erfrischenden Momenten,

den wünsche ich Ihnen.

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