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Kirche in WDR 3 | 27.12.2018 | 07:50 Uhr

Umtauschen

Guten Morgen!

Heute sind die Geschäfte wieder geöffnet. Und nach den Tagen der weihnachtlichen Bescherung wird natürlich was? – Na klar: umgetauscht. Umfragen zu diesem Thema zeigen, wie arglos die Menschen mit dem Umtauschen sind: Von 2000 Befragten sagten etwa die Hälfte: Wenn‘s mir nicht gefällt, dann tausche ich Weihnachtsgeschenke einfach um. 46 Prozent meinten, das Umtauschen von Geschenken sei auch nicht undankbar. Etwas über dreißig Prozent aber haben dabei dann doch gemischte Gefühle. Und neunzehn Prozent sehen den Umtausch von Geschenken als klaren Fauxpas.

Ich habe mal im Internet recherchiert: Wenn ich die beiden Worte „Geschenke umtauschen“ in der Suchmaschine eingebe, werden ganz viele Seiten angezeigt, in denen es um die Rechte von Kunden geht und um die Kulanz von Händlern. Demnach ist es gar nicht so einfach, Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Oft ist es an bestimmte Bedingungen geknüpft. Interessant war dann noch zu lesen: Auch wenn es keinen Anspruch auf den Umtausch von Weihnachtsgeschenken gibt, die nicht gefallen – der Umtausch ist doch möglich und wird vielfach angeboten.

Geschenke lassen sich also meistens umtauschen. Ganz anders sieht das allerdings bei vielen Dingen des Lebens aus. Die kann ich überhaupt nicht umtauschen. Genau besehen gilt das sogar für das allermeiste in meinem Leben und an mir selbst, vor allem das, was mich am meisten prägt: meine Familie oder meine Gene etwa, mein Aussehen oder auch meine Persönlichkeit. Meine Stimme, meine Haare. Umtauschen geht da nicht. Stattdessen ist es eine lebenslange Aufgabe, mit all dem klar zu kommen, was ich an mir selbst nicht umtauschen kann. Und es geht noch weiter: Auch einen Job umzutauschen ist für sehr viele Menschen kaum oder gar nicht möglich. Von anderen Dingen ganz zu schweigen. Zum Beispiel kann ich eine Tat nicht ungeschehen machen, muss ich zu geschlossenen Verträgen stehen usw. Was mit Weihnachtsgeschenken geht, geht im richtigen Leben nur selten. Hier ist Umtausch ausgeschlossen.

Aber was kann ich stattdessen tun? Wenn schon der Umtausch ausgeschlossen ist, dann kann ich doch nur versuchen, mit dem klar zu kommen, was ich hinnehmen muss, was ich nicht ändern kann, ob es mir gefällt oder nicht. Das kann schon mehr sein als bloßes Arrangieren. Denn ich kann an mir arbeiten. Ich kann sogar versuchen, die Bedingungen ein wenig zu verändern, unter denen ich lebe oder arbeite. Klar, der Gestaltungsspielraum ist sehr unterschiedlich, je nachdem um was es geht. Aber ich bin nicht einfach dem ausgeliefert, was mir zufällt, was mir nicht gefällt, auch wenn ich es nicht einfach umtauschen kann… Und ich kann immer meine Einstellung zu den Dingen ändern, auch wenn‘s schwer fällt. Gerade in Bezug auf mich selbst, auf das, was ich an mir nicht mag, wo ich gerne etwas umtauschen möchte, aber nicht kann, hilft mir ein Gedanke: Da gibt es einen, der mich so annimmt, wie ich bin, ohne Vorleistungen und Verschönerungen. Und der eine, der steht zu mir, weil er mich liebt. Das glaube ich jedenfalls.

Domvikar Michael Bredeck, Paderborn.

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