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Kirche in WDR 4 | 15.01.2014 | 08:55 Uhr

Umziehen ist wie Abbrennen

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Wie oft sind Sie in Ihrem Leben schon umgezogen?

Die meisten werden bisher mehrmals umgezogen sein. Es gibt kaum noch Men-schen, die ihr ganzes Leben im Elternhaus verbringen.

Ich bin im vergangenen Dezember umgezogen. Es war mein siebter Umzug. Alles hat funktioniert, weil der Wohnungswechsel gut organisiert war. Trotzdem hasse ich Umzüge. Der Volksmund hat recht: Einmal umziehen ist, wie einmal abbrennen. Es brannte in der Seele, die sich von einem lieb gewonnenen Ort verabschieden musste, um in eine kleinere Wohnung umzuziehen. Monate vorher überlegte ich, was ich unbedingt mitnehmen wollte und von was ich mich trennen könnte. Sobald ich Schubladen und Schränke öffnete, entdeckte ich Dinge, die ich jahrelang nicht mehr in der Hand gehabt hatte. Sie lagen versteckt hinter den Schranktüren und hatten mich in Ruhe gelassen. Ich begann zu überlegen. Einige Blumenvasen waren nun wirklich zu viel. Vieles hatte sich auf den Fensterbänken angesammelt, was ich kaum beachtete. Dennoch hing ich daran. Dann kontrollierte ich die Regale. Bücher fielen mir auf, die noch in der Plastikfolie eingeschweißt waren. Staub hatte ihnen nichts ausgemacht. Aber gelesen hatte ich sie nicht. Die Hände zuckten, als ich sie für den Wohltätigkeitsbasar aussortierte. Ich ging den Stapel ein zweites und ein drittes Mal durch. Schnell verschwanden wieder einige Bücher zurück ins Regal. So packte ich die Umzugskartons mit vielem, worauf ich eigentlich verzichten konnte. In der neuen Wohnung wollte ich auf Gewohntes treffen.

Am anderen Tag kamen die Möbelpacker und ohne auf meine Wehmut zu achten, fingen sie an. Die Schränke waren fix ausgeräumt, die Regale flott abgebaut und der Möbelwagen vollgepackt. Dann warf ich einen letzten Blick in die Räume, die mir zehn Jahre Heimat geboten hatten. Sie waren wüst und leer.

Auf der Fahrt in die neue Wohnung spürte ich, was mobile Gesellschaft bedeutet. Nirgendwo dürfen und können wir uns beheimaten. Jederzeit muss der Mensch bereit sein, aufzubrechen. Die Umstände verlangen Mobilität. Stabilität als Lebensziel war einmal. Der Mensch hat ein Leben lang beweglich zu bleiben, damit er jederzeit überall funktionieren kann. Aber es besteht ein Widerspruch. Wer sich ein Haus kaufen will, geht zum Immobilienhändler. Immobilie ist übersetzt das Unbewegliche, also das Beständige. Einmal für immer zu Hause zu sein, nie mehr umziehen zu müssen wünschen sich nach wie vor viele Menschen. Nach dem siebten Umzug verstehe ich den Wunsch. Dabei müsste ich als Christ wissen, dass der Mensch ein Leben lang heimatlos bleibt. Der christliche Glaube verspricht ihm keine irdische Heimat.

Auf der Erde gilt es immer wieder aufzubrechen und weiter zu gehen, niemals anzuhalten. Nach der Bibel sind Christinnen und Christen mobile Menschen. Eine andere Heimat ist ihnen versprochen. Der Himmel steht ihnen offen. Einen allerletzten Umzug habe ich also noch vor. An dem komme ich nicht vorbei.

Dass Sie heute all Ihre Ziele erreichen, wünscht Ihnen Albert Damblon aus Mön-chengladbach.

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