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Kirche in WDR 2 | 27.04.2015 | 05:55 Uhr

Und er zog seine Straße fröhlich...

Es ist 8 Uhr. Ich stehe auf der A43. Autos drängeln sich Stoßstange an Stoßstange. Dabei habe ich es eilig. In 20 Minuten beginnt meine Sitzung. Sicher, ich habe es knapp getimt, aber ohne dieses erhöhte Verkaufsaufkommen hätte ich es locker geschafft. Jetzt geht es wieder im Schneckentempo voran. Ich trommle nervös auf das Lenkrad, meine Hände schwitzen. Der freundliche Hinweis der Verkehrsnachrichten-Sprecherin, ich müsste 15 Minuten mehr einplanen kommt zu spät.

Da schiebt sich ein VW Bus vor meine Windschutzscheibe. Mit einem Fisch auf der Heckklappe. Das aufklebbare Christenbekenntnis bringt mich kurz auf andere Gedanken. Da gab’s doch diese Geschichte: „Und er zog fröhlich seine Straße“. Na sicher, denke ich, der hatte damals aber auch andere Verkehrsbedingungen. Der hohe Beamte aus Äthiopien, fuhr mit seinem Gespann auf einer kaum befahrenen Landstraße und hatte kein enges Zeitkorsett. Damals reichte es, wenn man grob den Ankunftstag angeben konnte. Das „fröhlich seine Straße ziehen“ klingt heute Morgen besonders reizvoll, aber ist leichter gesagt als getan, wenn man von Autos umzingelt ist und die Zeit langsam knapp wird.

Es geht wieder ein Stückchen weiter. Durch ein geschicktes Überholmanöver mache ich ein paar Meter gut. Ich schöpfe wieder Hoffnung, es doch noch pünktlich zu schaffen. Die Lücken werden größer, ich kann endlich mal wieder in den vierten Gang schalten. Doch schon nach ein paar hundert Metern folgt die Enttäuschung. Ich bremse für die nächste Autoschlange. Frustriert lehne ich mich zurück. Man muss auch aufgeben können…

Meine Gedanken kehren zu dem Mann aus Äthiopien in der biblischen Geschichte zurück. Warum war er so fröhlich in seinem Wagen? Die Gesichter hinter den Autofenstern um mich herum, spiegeln dieses Gefühl auf jeden Fall alle nicht wieder. Er war Mitarbeiter eines afrikanischen Staatsoberhauptes und auf dem Rückweg in seine Heimat. Auf diesem Weg las er in biblischen Schriften, die er nicht verstand. Er traf auf Philippus, der ihm die Heilige Schrift übersetzte und ihm von Jesus erzählte. Daraufhin ließ der farbige Beamte sich taufen und zog fröhlich seiner Wege.

Eine Taufe an dem Autobahnstandstreifen ist für mich keine Option. Es ist auch nicht die Taufe selbst, die den Mann aus Afrika fröhlich macht, sondern sein Glaube, seine neue Beziehung zu Gott. Diese Fröhlichkeit ist mehr als sich in einer Situation wohlzufühlen. Es ist kein nerviges Dauergrinsen, sondern eine Lebenshaltung, ein Gegenmittel gegen dunkle Zustände. Was dazu gehört? Bestimmt eine positive Grundhaltung, eine große Portion Offenheit, eine Prise Disziplin und ein dickes Stück Entspanntheit. Ich fühle, Gott wird es gut machen. Wer auf diese Weise fröhlich sein kann, hat eine Schutzhülle und spiegelt diese Geborgenheit wieder. Auf seiner Stirn steht die Offenheit für andere und die Welt geschrieben und sein Wesen strahl Selbstsicherheit aus.

Plötzlich fühle ich mich gar nicht mehr wie ein gehetztes Schaf in einer Autoherde. Für die Rückfahrt nehme ich mir vor, meine Straße fröhlich zu ziehen. Ist auf jeden Fall ein viel besseres Fahrgefühl.

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