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Kirche in WDR 5 | 25.02.2016 | 06:55 Uhr

„Unser tägliches Brot gib uns heute“

Guten Morgen!

Eigentlich können wir mit unserer Heimat sehr zufrieden sein. Gut, das Paradies auf Erden gibt es nirgendwo, aber ansonsten: Wir leben in einer klimatisch gemäßigten Zone, wir haben fruchtbare Böden, sind bisher vor Trockenzeiten verschont, haben genügend Regen und auch die Sonne tut das Ihrige dazu, die Lebensmittelgeschäfte sind übervoll. Auch wenn sich, weiß Gott, nicht jeder alles leisten kann, so müsste doch niemand Hunger leiden. Wenn dem dennoch so ist, haben wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht.

Im Allgemeinen rechnen wir aber diese Situation unserem Fleiß, unserer Organisationsgabe, einfach unserer deutschen Tüchtigkeit zu. Die Vaterunser-Bitte "Unser tägliches Brot gib uns heute" nehmen viele sozusagen als selbstverständlich und erfüllt an.

Wer aber nur einen Spalt breit über den Tellerrand schaut, der wird merken, wie zynisch dieses Denken klingt. Als hätten wir eigenmächtig alle Voraussetzungen für unser tägliches Brot geschaffen. Als wäre nicht vieles davon jemand anderes verdankt.

Und wenn ich Nachrichten von klimatischen Katastrophen höre und sehe, wie anhaltende Dürre oder sintflutartige Regenfälle alles zerstören, dann kommt mir schon einmal die Frage in den Sinn: "Lieber Gott, hast Du eigentlich das Klima auf dieser Welt gerecht verteilt? Wieso profitieren wir in Mitteleuropa mehr davon als anderswo?"

Eine Antwort auf diese Frage finde ich nicht, wohl aber kommen mir zwei Gedanken. Der erste: Dankbarkeit! Ich bin Gott sehr dankbar für all das, was er uns als Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit auf den Tisch bringt, und nicht selbstverständlich ist. Der andere Gedanke: Verantwortung! Es gehört zu den Christenpflichten, die weniger Begünstigten nicht allein zu lassen.

Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt. Es geht darum, aus Dankbarkeit für die empfangenen Gaben, diese Verantwortung beherzt anzugehen. Es beeindruckt mich immer wieder zu sehen, wie viele Menschen hier zu Lande bereit sind, Gutes für andere zu tun: Frauen und Männer, die beispielsweise Geld, Gut und Zeit einsetzen, um den Flüchtlingen beizustehen.

Dieser Einsatz geht weit über Deutschland hinaus. Jetzt in der Fastenzeit erinnern Hilfswerke wie Misereor daran, dass die Sorge ums „täglich Brot“ eine globale Aufgabe ist. Jeder kann hier einen Beitrag leisten.

Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft: Wenn ich heute die Vaterunser-Bitte "Unser tägliches Brot gib uns heute" spreche, dann möchte ich bewusst all die Menschen in dieses Gebet hineinnehmen, die um ihr tägliches Brot bangen müssen.

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln.

Copyright Vorschaubild: Getreidefeld Andreas Bodonge CCBY -SA 2.0 flickr

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