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Kirche in WDR 3 | 03.10.2018 | 07:50 Uhr

Untergang ?!

Guten Morgen!

Ich kann mich an die Schlagzeile noch gut erinnern! „Untergang!“ Nur ein Wort.

Für das Boulevardblatt am Kiosk eine normale Schlagzeile. Aber selbst meine Lieblings-Zeitung aus Frankfurt hatte das Wort auf der Titelseite: „Untergang!“

Was war passiert?

Eine Naturkatastrophe? Ein Schiffsunglück oder ein anderes schreckliches Ereignis, das Menschenleben gefordert hatte? Nein, Nichts von dem.

Die Schlagzeile „Untergang“ bezog sich aus das überraschende Ausscheiden der Nationalmannschaft in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

Die unnötige Niederlage gegen Südkorea, der spielerische Offenbarungseid des Weltmeisters und die unsägliche Debatte um Mesut Özil waren schlimm, durchaus.

Aber Untergang?

Obwohl auch für mich Fußball die schönste Nebensache der Welt ist, empfinde ich eine solche Schlagzeile als unangemessen, angesichts von anderen Ereignissen, wo es wirklich um Leben und Tod geht. Es ging doch nur um Ballsport. Nicht um Krieg und Frieden oder sonst was.

Das war heute vor 100 Jahren ganz anders! Da tobte noch der Erste Weltkrieg und es bahnte sich mit der Niederlage an der Westfront der Untergang des deutschen Heeres an.

Ein Krieg, den niemand wirklich gewollt hat und der als ein Versagen der Politik und der Diplomatie bezeichnet werden kann.

Deutschland kämpfte seit 1914 mit seinen Verbündeten unter anderem gegen Frankreich, Großbritannien und Russland. Im Frühjahr 1917 traten auch die USA in den Krieg ein. Zu dem Zeitpunkt war dieser Krieg schon völlig ausgeartet. Zur absurden Material- und Menschenschlacht. Nach der Hunderttage-Offensive der Alliierten wussten die deutschen Militärs im September 1918, dass der Krieg verloren war und die Zivilregierung einen sofortigen Waffenstillstand aushandeln solle. Der aussichtsreichste Weg schien den Militärs über den amerikanischen Präsidenten Wilson zu führen.

Am 3. Oktober 1918, heute vor 100 Jahre, übermitteln sie die erste von mehreren Noten, um in Washington Friedensbedingungen auszuloten:

Sprecher:

„Die Deutsche Regierung ersucht den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, die Herstellung des Friedens in die Hand zu nehmen, alle kriegführenden Staaten von diesem Ersuchen in Kenntnis zu setzen und sie zur Entsendung von Bevollmächtigten zwecks Anbahnung von Verhandlungen einzuladen. (…) Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, ersucht die deutsche Regierung, den sofortigen Abschluss eines Waffenstillstandes zu Lande, zu Wasser und in der Luft herbeizuführen.“

Waffenstillstands-Verhandlungen beginnen dann am 08. November in einem Eisenbahn-Salonwagen auf einer Waldlichtung in der Nähe von Paris. Staatssekretär Erzberger und der französische Marschall Foch unterzeichnen am 11. November den Waffenstillstand, der am selben Tag in Kraft tritt. Dieser erste Krieg, der als weltumfassend bewertet wurde, war beendet. Etwa 8,5 Millionen Tote hat der 1. Weltkrieg gefordert und mehr als 21 Millionen Verwundete.

Dass heute vor 100 Jahren eine Initiative zur Aufnahme von Friedensverhandlungen aus Deutschland ausging, macht deutlich:

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir heute den Tag der deutschen Einheit feiern dürfen.

Wir sollten nicht vergessen, was zur Teilung geführt hat.

Dankbarkeit für jede Art von Frieden ist 100 Jahre später vielleicht die beste Art des Gedenkens.

Und angesichts solcher Ereignisse ist es gut, sich mal wieder bewusst zu machen, was wirklich wichtig ist.

Peter Krawczack aus Düsseldorf?

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