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Kirche in WDR 5 | 22.02.2016 | 06:55 Uhr

„Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.“

Guten Morgen!

Sie liegt oben auf dem Ölberg in Jerusalem: die Paternosterkirche – zu Deutsch: „Vater-Unser-Kirche“. Die kleine Kirche, umgeben von einem Garten, markiert den Ort, an dem der Überlieferung nach Jesus seinen Jüngern das Vaterunser lehrte. An den Wänden in und um die Paternosterkirche ist das Gebet in über 140 Spra-chen angebracht.

Die Christen nennen es „das Gebet des Herrn“ und es verbindet alle Konfessionen. Unzählige Menschen kennen es auswendig. Kaum ein Text der Weltliteratur ist so bekannt wie dieser. Auch viele Nichtchristen kennen und schätzen das Vaterunser. In der Einfachheit seiner Sprache drückt dieses Gebet eine Ursehnsucht aus, die alle Menschen verbindet: die Sehnsucht nach Geborgenheit und Schutz, nach Halt und Gemeinschaft. Wir Christen glauben, dass Gott die Menschen mit dieser Sehnsucht nicht allein lässt. Daher ist das Vaterunser so etwas wie der Inbegriff des Christentums schlechthin, es führt in das Herz des christlichen Glaubens ein.

Jesus spricht in diesem Gebet von seinem Vater als dem, der auch unser Vater ist - konkret Ihr und mein Vater. Für die damaligen Zeit, in der Gott meist mit Herrschertiteln angesprochen wurde, kann diese Anrede nicht intim genug gedacht werden: „Unser Vater“. Das heißt: Gott ist der, der ganz nah ist, der eine familiäre Beziehung zu uns sucht. Alles Leben geht aus ihm hervor, und zugleich schenkt er Geborgenheit. Gott ist nicht eine anonyme seelenlose Allmacht. Gott ist ein Du, der die Brücke zu meinem Ich sucht. Er interessiert sich für mich ganz persönlich, schenkt mir immer ein offenes Ohr. Menschlich gesprochen: Gott sehnt sich nach Ihnen und mir.

Deshalb kam sein Sohn nicht mit Macht und Gewalt, sondern in Milde und Demut.

Der Vater im Himmel will die Menschen als seine Kinder nicht erobern, sondern ihre Herzen gewinnen. Und daran glaube ich fest: Wer ihm sein Herz öffnet, wer den Sprung ins Gottvertrauen wagt, der findet jene Geborgenheit und jenen inneren Frieden, nach dem sich jeder sehnt.

Dabei scheint mir eines wichtig: So intim diese Rede von Gott als „Vater im Himmel“ ist: Gott ist Gott. Er ist kein spirituelles Schoßhündchen: ebenso gezähmt wie harmlos. Gott kommt den Menschen zwar ganz nahe, aber er bleibt doch Gott. Deshalb gebührt ihm Ehrfurcht und Respekt. Und deshalb fügt Jesus gleich im ersten Satz des „Vaterunsers“ hinzu: „Geheiligt werde dein Name.“ Nur wer diese Sphäre des Respekts – und ja: der Verehrung – wahrt, kann begreifen, welch großes Geschenk seine Nähe bedeutet. Für mich bedeutet das: Seine Nähe macht uns groß. Wenn wir Gott als Gott ehren, dann kann der Mensch wirklich Mensch sein – von Gottes Vaterliebe gewürdigt und getragen.

Dass Sie dies heute ein wenig spüren, das wünscht Ihnen Dominikus Schwader-lapp, Weihbischof in Köln.

Copyright Vorschaubild: Pater_Noster_Church,_wikepedia Mount_of_Olives,_Jerusalem

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