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Kirche in WDR 2 | 26.01.2015 | 05:55 Uhr

Vaterunser

In Deutschland kennen mehr Menschen das Vaterunser als die Nationalhymne. Das las ich neulich in der Zeitung. Irgendwie ein seltsamer Vergleich, finde ich. In der Umfrage ging es allein um die sichere Textkenntnis. Demnach können nur 44 Prozent der Deutschen den Text ihrer Nationalhymne auswendig. Aber 50 Prozent haben das Vaterunser im Kopf.

Tja, was soll mir das jetzt sagen? Dass die dritte Strophe aus dem „Lied der Deut-schen“ zu kompliziert ist? Dass viele Deutsche bei Fußballländerspielen erst nach der Hymne einschalten? Dass der Text der Nationalhymne bei uns eben nicht die Rolle spielt wie in anderen Ländern? Oder sollte ich mich lieber fragen, ob es ei-gentlich viel oder wenig ist, wenn die Hälfte der Deutschen das Vaterunser kennt.

Vielleicht ist das Vaterunser bekannter als die Nationalhymne, weil die meisten Christen das Gebet Jesu meistens viel früher lernen. Nicht erst im Geschichtsunterricht, sondern schon im Kindergarten. Und wer es kennt, hat es vielleicht schon öfter gebetet als er die Nationalhymne mitgesungen hat.

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das Vaterunser gelernt ha-be. Es muss gut 35 Jahre her sein. Meine Eltern haben es mit mir gebetet, wenn sie mich ins Bett brachten. Ich erinnere mich noch, dass mein Vater von seiner Mutter erzählte, dass sie ewig das Vaterunser betete, wenn sie Angst hatte. Meine Oma hat das wohl beruhigt. Leider hat sie damit auch oft genervt. Denn sie betete nicht nur laut im Bunker, als vor 70 Jahren die Bomben auf Breslau fielen. Sie betete auch, wenn die Familie nur eine Autopanne hatte. Und auch dann laut – was meinem Vater als Kind ganz schön peinlich war. Heute weiß ich, was ich am Vaterunser habe.

Das Vaterunser ist das Gebet, das alle Christen uneingeschränkt miteinander teilen. Und für mich ist es überraschend nah am Leben. Zuerst geht es um Gott selbst. Klar. Darum, dass wir seine Allmacht anerkennen. Dann kommen die Bitten, bei denen man sich leicht die Reihenfolge merken kann: Am wichtigsten ist das tägliche Brot, dann das gute Miteinander. Unsere Schuld soll vergeben werden, wir vergeben ebenso. Handlungsbedarf gibt es nicht nur heute, sondern auch morgen. Deshalb möge Gott Versuchung und Böses von uns fernhalten. Denn alles liegt in Gottes Hand.

Zu den 50 Prozent der Deutschen, die das Vaterunser kennen, gehören auch mei-ne Kinder. Es ist mir wichtig, ihnen dieses Gebet mit auf den Weg zu geben. Wir beten es oft und ich bin mir sicher: Sie werden sich ihr Leben lang an das Vaterun-ser erinnern. Und ich wünsche ihnen, dass es auch hilft. Meine Oma zumindest war davon fest überzeugt.

Copyright Vroschaubild: Public Domain Pixabay

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