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Kirche in WDR 2 | 17.05.2014 | 05:55 Uhr

Verfolgt wegen ihres Glaubens - die Jesiden aus Syrien

Autorin: 107-jährige Frau nach Flucht in Deutschland gelandet. So titelte eine Zeitung vor wenigen Wochen. Und überall tauchte sie auf, in allen wichtigen Nachrichtensendungen: Sabria Khalaf aus Syrien. Klein, mit Kopftuch und hellwachen Augen. Dass sie am Ende heil am Düsseldorfer Flughafen gelandet ist, grenzt an ein Wunder. Sieben Monate war die 107-jährige auf der Flucht mit ihrem 69-jährigen Sohn.

O-Ton Kanal Khalaf: Wir haben dem Tod in die Augen geschaut. Es war knapp. Wir wären beinahe gekentert. Mit dem Boot auf dem offenen Meer. Zwischen der Türkei und Griechenland.

Autorin: Doch es gab ein Happy End. Verantwortlich dafür ist Annette Groth, Bundestagsabgeordnete der Linken und Menschenrechtspolitische Sprecherin. Sie kämpft für die Rechte der Migranten – seit nunmehr 30 Jahren. Und dies tut sie auch, weil sie an Gott glaubt.

O-Ton Annette Groth: Wenn man fromm etwas weiterfasst, dann ist es einfach ein christliches Engagement, weil für mich war Jesus schon ein Revolutionär. Der wollte nämlich bestehende Ungerechtigkeiten auch verändern. Und wenn man Jesus so versteht, als Revolutionär, dann bin ich auch fromm.

Autorin: Die Süddeutsche Zeitung hatte von der 107 Jahre alten Syrerin und ihrem Sohn berichtet. Davon, dass sie nach Deutschland möchte, um hier in Ruhe zu sterben. Im Kreis ihrer Lieben. Denn Verwandtschaft hat sie hier reichlich. Diesen Artikel hatte Annette Groth gelesen. Ganz schnell hatte sie den Bundespräsidenten Joachim Gauck eingeschaltet und ihn gebeten, die alte Dame doch einreisen zu lassen - aus humanitären Gründen. Der hatte auch schon von Sabria Khalaf und ihrem Sohn gehört. Und von ihrer Flucht. Zu Fuß durch die Türkei, die Mutter Huckepack und dann von Istanbul weiter – vermittelt durch einen Menschenschlepper – in einem überfüllten Boot (über das Mittelmeer) Richtung Europa.

O-Ton Kanal Khalaf: Wir hatten den Tod vor Augen – meine Mutter hat überall Prellungen gehabt. Das Boot ist so stark hin und her geschaukelt. So groß waren die Wellen. Und in letzter Minute wurden wir gerettet. Von griechischen Seeleuten.

Autorin: Die brachten die Flüchtlinge nach Athen. Dort versuchten sie mit gefälschten Pässen nach Deutschland zu kommen. Doch vergeblich. Monatelang wohnten sie bei einem syrischen Flüchtling. In einem Zimmer auf nacktem Boden. Warum sie Syrien verlassen haben:

O-Ton Kanal Khalaf: Wir wollten nicht fliehen. Wir mussten. Wir wurden von den Islamisten verfolgt. Wir sind Kurden und Jesiden. Deshalb gab es einen doppelten Grund uns zu verfolgen. Wenn man nicht 50 Kamele bezahlt, köpfen sie einen. Wir haben das gesehen. Deshalb sind wir weg.

Autorin: Jesiden glauben, dass Gott die Welt aus einer Perle geschaffen hat. Mutter und Sohn vereint eine starke Hoffnung:

O-Ton Kanal Khalaf: Auch als wir ganz verzweifelt waren, wir haben immer an das Gute im Menschen geglaubt. Daran, dass jemand für uns kämpft. Menschen in Demokratien, die wissen, dass wir Jesiden verfolgt werden wegen unseres Glaubens. Wir haben immer auf gute Menschen gehofft – auf so Menschenrechtskämpferinnen wie Annette Groth.

Autorin: Für die Familie Khalaf ist Annette Groth eine Heldin. Und ich glaube, sie ist das gerne. Gleichzeitig weiß sie: Es gibt noch zehntausende Flüchtlinge in Griechenland, Italien, Spanien, Malta und anderswo, die dringend auf Familienzusammenführung warten. Dass diese schneller glückt, dafür kämpft die Bundestagsabgeordnete Annette Groth. Auch im Namen Gottes, ohne groß darüber zu reden.

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