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Kirche in WDR 2 | 17.08.2016 | 05:55 Uhr

vergeben

„Also spätestens beim dritten Mal muss es aber Konsequenzen haben, spätestens dann ist klar: das wird nichts mehr mit dem.“ Sagt ein Oberstufenschüler auf meine Frage, wie ernst das denn wohl gemeint sei mit der Resozialisierung von Gefangenen. Gut. Ein ziemlich blödes Wort. Resozialisierung. Als wären Gefangene automatisch asozial. Na ja. Das Gemeinte hinter dem Wort Resozialisierung ist ja durchaus sinnvoll.

Der Staat, also wir, glauben an die Menschen. Glauben daran, dass möglich ist, dass sich jemand ändert, einen anderen Weg einschlägt, von vorne anfängt. Das geht natürlich nur, weil der Staat – also wir – glauben, dass die Würde des Menschen unverbrüchlich ist. Weil sie Gabe Gottes ist. Das kann man jetzt ziemlich oldfashioned nennen. Tun manche ja auch. Ich finde diese Grundhaltung nach wie vor hervorragend und bin dankbar in einem Land zu leben, das den Menschen so sieht. In Mode ist das nicht.

In Mode ist: fein zu unterscheiden zwischen den Guten und den Bösen. Denen, die dazugehören und denen, die nicht dazugehören. Denen, die Chancen verdienen und denen, die keine Chance mehr verdienen. In Mode ist, zu vereinfachen. Die Unterscheidung in die Guten und die Bösen ist zum Beispiel eine solche Vereinfachung. Oder – kennen sie jemanden, der nur böse ist? 24 Stunden am Tag. Oder vielleicht – kennen sie jemanden, der nur gut ist? 24 Stunden, den ganzen Tag und die ganze Nacht lang? Vielleicht gehören sie ja zu den glücklichen. Andererseits: dass mit den 100% ist ja unter Menschen schwierig. Das gilt für die sogenannten Guten, aber eben auch für die offensichtlich Bösen.

Nicht dass sie mich falsch verstehen. Die böse Tat ist die böse Tat. Und die Opfer bleiben zu trösten, zu unterstützen – und es gilt mit ihnen zu klagen. Aber: die Tat ist die Tat. Und nicht die Person. Jedenfalls nicht nur. Es bleibt ein entscheidender Unterschied ob ich sage: „Ich bin böse“. Oder „Ich habe etwas Böses getan.“ Merkwürdigerweise scheint die entsprechende Formulierung für das Gute schwerer über die Lippen zu gehen; scheint klarer zu sein, dass man in der Regel eben nicht meint und dann sagt: „Ich bin gut“. Sondern: „Ich habe etwas Gutes getan“.

Christen glauben an das „sowohl, als auch“. Dass Menschen sowohl Gutes wie Böses tun. Und dass wir mehr sind als unsere Taten: Geschöpfe Gottes. Als Jesus gefragt wird, wie oft man vergeben muss, erzählt er eine Geschichte, wie jemand Vergebung erfährt, der um Zeit bittet, seine Schuld zu bezahlen. Sie wird ihm geschenkt. So geht das. Allerdings nur, solange das Geschenk weitergegeben wird: Also der, der Vergebung erlebt hat, auch vergibt. Bitten, sich beschenken lassen, weitergeben. So geht das. Von wegen: „letzte Chance“.

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