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Kirche in WDR 4 | 07.07.2016 | 08:55 Uhr

verlassen

Sprecherin: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir sie brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“ (1)

Autor: Im Jahr 1934 schrieb der Theologe Dietrich Bonhoeffer diesen Satz als Teil eines modernen Glaubensbekenntnisses, das bis heute in christlichen Gottesdiensten gesprochen wird.

Was tue ich eigentlich, wenn ich mich auf jemanden verlasse? Ich verlasse mich, wie ich meine Wohnung oder mein Haus verlasse. Ich lasse ich mich also zurück und bin nicht mehr ganz bei mir. Wenn ich mich verlasse, bin ich außer mir. Das ist eine gefährliche Sache; denn ich könnte mich verlieren.

Warum sollte ich mich verlassen? Woraufhin? Auf was oder auf wen?

Auf eine liebevolle und verlässliche Partnerin oder einen ebensolchen Partner zum Beispiel. In der Bibel heißt es von einer Frau:

Sprecherin: „ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen…“ (Sprüche 31,11)

Autor: Umgekehrt sollte das natürlich auch gelten. Verlassen kann ich mich hoffentlich auch auf eine Gemeinschaft: Freunde, Familie, die Gemeinde, die Vereinskollegen…

Dann kann ich fallen, und werde doch aufgefangen. Dann kann ich mich verlieren, und sie bringen mich wieder zu mir zurück. Dann kann ich am Boden liegen, und sie heben mich auf. Bei ihnen bin ich gut aufgehoben. Der Apostel Paulus schreibt einmal an die Christen in Korinth:

Sprecherin: „Ich bin froh, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.“ (2. Korinther 7,16).

Autor: In allem, das ist nicht wenig.

Sich auf einen anderen Menschen zu verlassen ist schon wie ein Sprung ins Ungewisse. Man kann dabei auch auf die Nase fallen, aber wer bei anderen Menschen landen will, der muss zuvor springen, der muss seinen Mut sammeln, sich verlassen – auf den Anderen hin. Wer nur bei sich bleibt, wird andere nicht wirklich erreichen. Jesus geht noch einen Schritt weiter. Er sagt:

Sprecherin: Wer sein Leben festhalten will, der wird es verlieren, wer es aber um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen.“ (Matthäus 10,39)

Autor: Das erfährt Jesus am eigenen Leib: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ fragt er, als er am Kreuz hängt. Doch in aller Verlassenheit ist Gott für ihn immer noch „mein Gott“. Gott bleibt für Jesus immer noch das „Du“. In der Verlassenheit wird er von Gott gefunden und vollendet – soweit kann es führen, wenn ich mich verlasse.

Sprecherin: „Denn ich weiß, dass ich meine Hütte bald verlassen muss, wie es mir unser Herr Jesus Christus eröffnet hat…“ (2. Petrus 1,14)

Autor: „Ich weiß, dass ich meine Hütte bald verlassen muss...“ Das ist ein Bild für die letzte Lebensphase, das Sterben. Dann schaue ich hinüber an einen Ort, den ich gar nicht kenne. Ich werde meine Hütte – mein irdisches Dasein – endgültig verlassen, und ich kann mich dabei verlassen: Auf den, der mich finden und vollenden wird.

Ich spreche ein Gebet. Beten Sie es gerne in der Stille mit: „Ob es dich nun gibt, Gott, oder auch nicht. Ich möchte mich verlassen. Auf dich. Wohin mein Weg auch führt. Heute, morgen und an meinem letzten Tag. Amen.“

Ihr Dieter Beese aus Bielefeld.

(1)Quellenangabe: Evangelisches Gesangbuch Nr. 813 RWL.

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