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Kirche in WDR 4 | 23.09.2015 | 08:55 Uhr

vom Geheimnis

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Zu allen Zeiten, ob Tag oder Nacht, rauscht das Meer in der spanischen Bucht von San Sebastián. Mal ist das Wasser sanft und ausgeglichen, mal schlagen Stürme

die Wellen unruhig gegen kantige, graue Felsen.

In all dem Brausen und Rauschen ertönen ungewohnte Klänge. Sie klingen

metallen und heulen über das weite Meer. Diese Töne erzeugt der Wind,

der durch meterhohe Stahlarme fährt. Sie gehören zu den drei Windkämmen,

die der spanische Künstler Chillida 1977 für diese Bucht geschaffen hat. Aus wetterfestem Baustahl, versuchen die viele Meter hohen Elemente, die Windbewegungen zu durchkämmen.

Was für eine ungewöhnliche Installation! Seit ich die Windkämme auf Fotos in einer Ausstellung sah, gehen sie mir nicht aus dem Sinn. In diesem Kunstwerk wird mit Unmöglichem gespielt: Als ob der Wind kämmbar sei!

Ich denke manchmal gerne über Nicht-Alltägliches nach. Über Vorstellungen, die meinen Horizont irritieren und mein gewohntes Denken auf den Kopf stellen. Vielleicht lässt mich auch deshalb schon seit meiner Jugend die Suche nach Gott nicht los. Gerade Gott lässt sich nicht in festen Vorstellungen einfangen. Nicht eingrenzen in enge Begriffe und Bilder. Ebensowenig wie sich Wind kämmen lässt. Gott bleibt Geheimnis.

Dieses Gottesbild zeigt sich auch im Gesamtwerk des Künstlers Chillida.

Dabei ist für ihn Johannes vom Kreuz besonders wichtig. Der spanische Ordensmann lebte im 16. Jahrhundert und schrieb in seinen Texten oft vom unbegreifbaren Gott. Allzu vertrauliches Reden, als habe man Gott über die Schulter geschaut, war ihm fremd. Gott blieb für Johannes vom Kreuz ein Geheimnis. So sehr, dass er Gott manchmal schmerzhaft als dunkel empfand. Aber er spürte eine tiefe Liebe zu Gott, sah Gott als Urgrund alles Seins.

Chillida kannte viele Zeilen von Johannes vom Kreuz auswendig.

Ihn inspirierte, wie grenzenlos und liebevoll dieser religiöse Mann über Gott dachte.

Johannes vom Kreuz vertraute Gott seinen Alltag an, auch wenn er Gottes Wege nicht verstand.

Vielleicht sollen die Windkämme in der Bucht von San Sebastián gerade davon erzählen: von dieser unergründlichen Freiheit Gottes, in der wir Menschen leben, ohne sie formen zu können, ohne sie formen zu müssen.

Vielleicht laden die Windkämme dazu ein, Gott Gott sein zu lassen und einfach seiner gegenwärtigen Liebe zu vertrauen.

Lebendiger Gott, wie oft möchte ich Dich durchkämmen mit meinen Wünschen. Wie schwer fällt es mir, Dich im Alltag vertrauensvoll wirken zu lassen. Und doch ist es genau diese Haltung, die Du von mir erbittest.

Weite mich, Gott,

dass ich Dich nicht verfehle.

Weite mich,

dass ich Dich nicht verliere.

Weite mich

in die klare Weite Deiner Liebe.

Weite mich, Gott,

in Dich hinein.

Aus Coesfeld grüßt Sie Petra Fietzek

Copyright Vorschaubild: Chillida Lanpernas Dospuntozero El Peine CCBY 2.0 flickr

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