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katholisch

Kirche in WDR 5 | 07.11.2013 | 06:55 Uhr

Vom Hören

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Im Sommer dieses Jahres habe ich einige Tage in der Eifel verbracht und besuchte dort an einem Abend ein Festival.

Bei diesem Festival wurde Musik gemacht.

Klassische Musik in einem Wasserkraftwerk.

Musikerinnen und Musiker spielten mit Schwung und Freude und das Publikum war begeistert.

Besonders folgendes Stück habe ich in genauer Erinnerung:

Fünf Frauen spielten ein Quintett für Klavier, zwei Geigen, einer Bratsche und einem Cello von Robert Schumann (Es-Dur op.44). Immer wieder wurden Melodien von den Instrumenten aufgegriffen, wiederholt, einander zugespielt.

Mal selbstbewusst, mal zögernd, fast nachdenklich.

Es war ein Miteinander, bei dem die Musikerinnen achtsam auf die anderen hörten: das Klavier auf das Cello, das Cello auf eine Violine, alle zusammen auf das Klavier.

Zugleich waren die Frauen aufmerksam auf ihr eigenes Instrument bezogen.

Eine von ihnen ist mir besonders aufgefallen. Sie war noch sehr jung, hatte wilde, dunkle Locken und lauschte auf ihr Cello mit großer Hingabe. An ihren Solostellen mit geschlossenen Augen. Lächelnd. Dann wieder nickte sie im Zusammenspiel der Violine zu, übernahm feinfühlig Töne der Bratsche.

Und weil diese hin und her fließenden Energien so spürbar waren, ging mir dieses Musikstück besonders unter die Haut.

Hören auf andere und auf mich selbst.

Daraus wächst gutes Leben.

Gutes Leben, das etwas zum Klingen, zum Schwingen bringt, das sich Ausdruck verschaffen will.

Um das Hören geht es auch oft im Alten und Neuen Testament der Bibel.

Vor allem um das Hören auf Gott.

Die Propheten haben Gott gehört, die Psalmisten, Männer und Frauen zur Zeit Jesu und erst recht Jesus selbst.

Was hörten all die Menschen von Gott?

Immer wieder hörten sie nur das Eine, nämlich Gottes Angebot:

Ich bin da!

Zwischen Kindergeschrei und Selbstzweifel, im Konkurrenzdenken, in Glück

oder Einsamkeit.

Immer wieder ließ Gott sie hören:

Ich bin da! Lebe dein Leben und vertraue mir!

Aber wie konnten sie Gott hören?

So unterschiedlich wie Menschen unterschiedlich sind.

Und so kreativ, wie nur Gott kreativ sein kann.

Gott teilt sich in Träumen mit, durch andere Menschen, im säuselnden Wind,

in einer Berührung, durch Musik.

Immer ins Herz hinein.

Davon berichten Menschen zu allen Zeiten:

Als zum Beispiel König Salomon vor 2000 Jahren gefragt wurde, was er sich in seinem Leben besonders wünsche, antwortete er: ’Ein hörendes Herz’.

Mit diesem hörenden Herzen wollte er auf Gott aufmerksam sein.

Er wusste, dass er dadurch genauer leben würde, achtsamer auf andere und auf sich selbst.

Lebendiger Gott,

ich will heute versuchen, mit hörendem Herzen zu leben.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Schriftstellerin Petra Fietzek aus Coesfeld

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