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Kirche in WDR 3 | 13.12.2017 | 07:50 Uhr

Vom inneren Gottesraum

Guten Morgen!

Das höchste Gotteshaus der Welt soll in den nächsten Jahren in Indien gebaut werden. In der Stadt Vrindavan im Bundesstaat Uttar Pradesh. Ein Tempel für den Hindugott Krishna. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 geplant. Der siebzig Stockwerke hohe Turm wird erdbebensicher konzipiert. Das Bauwerk mit seiner Höhe von insgesamt 213 Metern übertrifft dann selbst das Ulmer Münster, das seit Jahrhunderten als höchstes Gotteshaus der Welt gilt.

Bauwerke für Göttliches. Zu allen Zeiten und weltweit. Versuche, der Verehrung von unendlichen Mächten Ausdruck zu verleihen. Aufwändig und kostenreich. Darin zeigt sich wohl ein Urbedürfnis der Menschheit. Aber letztlich lässt sich Göttliches nicht in Architektur einfangen. In keinem Tempel, in keiner Kathedrale, in keinem Zelt als Gebetsraum. All diese Orte dienen vor allem der Sammlung. Dort können Menschen zur Ruhe kommen, Kontakt zu Göttlichem finden, Rituale gemeinsam erleben.

Wo aber wohnt Gott?

Meister Eckhart, ein Erfurter Theologe aus dem 13. Jahrhundert, ist der Überzeugung, dass Gott in jedem Menschen, in der gesamten Schöpfung wohnt. Er sieht in allen Lebewesen einen Funken Gottes. In jeder Seele einen Gottesraum und schreibt:

Gott ist uns nahe. Wir aber sind ihm fern.

Gott ist drinnen. Wir aber sind draußen.

Gott ist daheim. Wir aber sind in der Fremde.

Wenn das stimmt, dann laufen wir äußerlich aktiv herum, haben jedoch die Tür zu unserem Inneren verschlossen.

Wenn das stimmt, dann wartet Gott in uns auf uns wie in einem Zuhause, während wir uns in der Welt draußen gehetzt und fremd fühlen.

Meister Eckhart spricht aus persönlicher Gotteserfahrung. Nicht theoretisch von Bauwerken oder menschengemachten Glaubenskonstruktionen. Seine Botschaft ist schlicht und einfach: Lebe mit beiden Füßen auf dieser Erde, aber in dem Bewusstsein, dass ein liebevoller Funken Gottes in dir wohnt. Das gibt dir Halt und Sinn.

Wenn das stimmt, dann gilt es, uns um unser eigenes Bauwerk zu kümmern: den Raum Gottes in uns. Diesen Raum zu entdecken und immer wieder darin nach Hause zu kommen, bleibt lebenslang Aufgabe. In der Stille, im Gebet, im Einsatz für unsere Welt.

Lebendiger Gott,

Du bist mir nahe. Ich aber bin Dir fern.

Du bist drinnen. Ich aber bin draußen.

Du bist daheim. Ich aber bin in der Fremde.

Lebendiger Gott,

ich möchte zu Dir nach Hause kommen

in mir.

Aus Coesfeld grüßt Sie Petra Fietzek

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