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katholisch

Kirche in WDR 3 | 25.09.2015 | 07:50 Uhr

Vom Perspektivwechsel

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Das Telefon klingelt bei Familie Schröder.

Nun stellen Sie sich vor, schimpft die Nachbarin, vier Ihrer Kinder sitzen doch schon wieder in meinem Kirschbaum und stopfen sich die Münder voll!

Also, das ist ja schrecklich!, ruft die Mutter, wo haben die bloß wieder den Kleinsten gelassen?

Das ist Perspektivwechsel. Die eine Frau jammert über den Verlust der Kirschen

in ihrem Garten, die andere darüber, dass ihre Kinder das jüngste Kind nicht mitgenommen haben. Diese Begebenheit reizt zum Lachen und stand als Witz in einer Zeitung. Im Grunde ist sie ein humorvolles Beispiel dafür, dass alles durch

die eigene Brille gesehen und gedeutet wird. Und dass der Blick durch eine andere Brille völlig irritiert.

Wie sehr muss Jesus vor 2000 Jahren seine Zeitgenossen geschockt haben!

Wie sehr mutete er ihnen immer wieder Perspektivwechsel zu!

Zum Beispiel dadurch, dass er sich um Ausgestoßene, Verrufene kümmerte,

keine Vorurteile besaß und sich liebevoll Kindern und Kranken zuwandte. Denen,

die keine Rechte besaßen. Denen, die innerlich heimatlos waren.

Jesus sah alle Facetten des Lebens durch Gottes Brille. Nur dadurch.

Daher seine Liebe zu den Menschen.

Daher seine Feinfühligkeit, mit der er zum Beispiel dem Zöllner Zachäus begegnete. Zachäus war in Jericho auf einen Baum geklettert, als Jesus vorbei kam.

Er hatte von Jesus gehört und wollte ihn sehen. Von kleiner Körpergröße, bot

ihm der Baum einen guten Überblick.

Jesus wurde von einer großen Menschenmenge begleitet. Genau unter dem Baum, auf dem Zachäus saß, blieb er stehen, sah hinauf und rief: Zachäus, komm herunter und nimm mich mit zu dir als Gast!

Die Umstehenden schüttelten ungläubig die Köpfe. Mit diesem Zachäus ließ sich Jesus ein, mit diesem reichen Zöllner, der betrogen und erpresst hatte?

Blitzschnell stieg Zachäus vom Baum, nahm Jesus mit in sein Haus und bewirtete ihn. Von sich aus brachte der Zöllner das Gespräch auf das Geld, das er anderen Menschen unterschlagen hatte. Von sich aus versprach er einen neuen Lebenswandel. Mit keinem Wort war Jesus darauf zu sprechen gekommen.

Vielleicht war es einfach Jesu freundliche Gegenwart, die Zachäus diesen Sinneswandel brachte.

Jesus stellte Tabus auf den Kopf. Mit diesem Menschen spricht man nicht oder jener Mensch passt nicht zu uns galt für Jesus nicht.

Für ihn zählte jeder einzelne Mensch mit seiner Eigenart, mit seinem So-Geworden-Sein.

In dieser Einstellung leben bis heute Menschen ihren Alltag. So auch die Französin Madeleine Delbrel. Sie stellte sich Gott zur Verfügung und ließ Gott durch sich hindurch wirken.Diesen Perspektivwechsel gibt sie uns mit in den Tag:

Sprecherin:

Gott,

meine Augen, meine Hände, mein Mund sind Dein.

Diese so traurige Frau mir gegenüber: hier ist mein Mund, damit Du ihr zulächelst.

Dieses vor lauter Blässe fast graue Kind: hier meine Augen, damit Du es anschaust.

Dieser so müde, müde Mann: hier ist mein ganzer Leib, damit Du ihm meinen Platz gibst, und meine Stimme, damit Du ihm leise sagst: Setzen Sie sich doch!

Einen guten Tag wünscht Ihnen Petra Fietzek aus Coesfeld

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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