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Kirche in WDR 4 | 25.04.2017 | 08:55 Uhr

Von Bäumen und Menschen

Guten Morgen!

Heute vor 65 Jahren, 1952, pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss im Bonner Hofgarten einen Ahornbaum. Seit dem gilt auch in Deutschland der 25. April als „Tag des Baumes“. Neulich stand ich vor einem Baum, der mich besonders beeindruckt hat: vor der Wittekind-Linde in einem kleinen Ort bei uns in Lippe, in Elbrinxen. Wie alt die Linde wirklich ist, weiß ich nicht. Etliche hundert Jahre auf jeden Fall. Ihre Äste sind weit ausladend. Ihre riesige Krone erstreckt sich in 30 Meter Höhe. Sie lässt die kleine evangelische Kirche, die fast in ihrem Schatten liegt, noch ein wenig kleiner wirken. Was für eine Pracht sind solche Bäume. Im Grunde jeder Baum, dachte ich.

Manche haben ja eine besondere Beziehung zu einem bestimmten Baum. Da ist der Baum im Garten des Elternhauses. Daran hing die Schaukel, auf der es sich so schön träumen ließ. Oder der Baum im Park. Er zeigt noch das Herz, das in seine Rinde geritzt wurde; und war verschwiegener Mitwisser des ersten Kusses.

Jetzt im Frühling erleben wir in besonderer Weise etwas von der Lebenskraft der Bäume: Wenn sie nach den langen Wintermonaten wieder in frischem hellen Grün strahlen oder zu erblühen beginnen.

Im Zusammenspiel aller Kräfte in der Schöpfung sind Bäume unverzichtbar. Sie produzieren den Sauerstoff, den Menschen und Tiere zum Leben brauchen; Bäume binden den Staub in der Luft; sie verdunsten Wasser und haben damit kühlende Wirkung; ihre Wurzeln halten die Böden fest, dass sie nicht von Wind und Wasser davongetragen werden. Tiere finden in den Bäumen Schutz und Wohnung; wir Menschen nutzen das Holz; beiden, Menschen und Tieren, geben die Früchte der Bäume Nahrung. In einem Loblied über die Schöpfung in der Bibel steht über die Bäume:

„Die Bäume Gottes stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. Dort nisten die Vögel, und die Störche wohnen in den Wipfeln.“ In diesem Lied dankt jemand Gott überschwänglich dafür, wie er die Welt erschaffen hat. Dass jede Pflanze und jedes Tier gewollt ist und seinen Platz findet. Und dass auch der Mensch seinen Ort in dieser Welt hat.

Die Bäume werden eigens erwähnt. Gott selbst, so wird in bildhafter Sprache erzählt, hat sie gepflanzt und sorgt wie ein guter Gärtner dafür, dass sie genug Wasser haben. Als Beispiel nennt der Liederdichter die Zedern: Riesige und mächtige Bäume, 40 Meter hoch. kostbar ihr Holz.

Aber zugleich hat er einen sehr realistischen Blick auf diese Welt. Der Liederdichter kennt auch die zerstörerischen Kräfte der Natur und auch des Menschen. Damit erinnert er an die Verantwortung, die wir haben. Es liegt an uns, wie wir das Leben in dieser wunderschönen Schöpfung gestalten. Uns ist aufgetragen, wie es am Anfang der Bibel heißt, die Erde zu bebauen und zu bewahren.

Ursprünglich weist der Tag des Baumes genau auf diese Aufgabe hin. Er geht auf Julius Sterling Morton aus den USA zurück. Im 19. Jahrhundert ließ er an einem Tag des Baumes unzählige Bäume pflanzen. Seine Idee war: Was wir als Menschen nutzen, müssen wir wieder nachwachsen lassen. Heute würden wir sagen: Lasst uns nachhaltig mit der Schöpfung umgehen.

Daran lasse ich mich heute am Tag des Baumes gern erinnern.

Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold.

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