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Kirche in WDR 2 | 19.12.2013 | 05:55 Uhr

Von der Herbergssuche in das „Grandhotel Cosmopolis“

Noch fünf Tage bis Weihnachten. Noch fünf Tage bis zu dem Fest, das auch daran erinnert, dass Maria und Josef vor 2000 Jahren keine Herberge fanden. Und das Kind war auf dem Weg. – Viel zu vielen Menschen geht es ähnlich: Menschen in Syrien oder auf Lampedusa, Menschen auf der Flucht oder ohne Obdach. – Hätte es damals schon das Hotel in Augsburg gegeben, in dem ich vor zwei Monaten abgestiegen bin, wären Maria und Josef – sicher auch viele andere – wohl nicht außen vor geblieben!

„Grandhotel Cosmopolis“ ist der passende Name für die Herberge in Augsburg, in dem auch ein Augenzwinkern steckt. Hier wohnen Flüchtlinge, Künstler und Touristen unter einem Dach. Wer hier unterkommt, erlebt Menschen, die ihren Mitmenschen mit Kreativität und Offenherzigkeit neue Räume auftun. Vom Eingang aus fällt der Blick gleich auf eine pastellgrüne Bar. Darüber hängen einige Uhren. Die ticken anders als normal. Anstelle der aktuellen Zeit in New York, Sidney, Kapstadt, Dubai oder Moskau zeigen sie, wie spät es an wichtigen Flüchtlingskrisenherden dieser Welt ist: auf der zu Italien gehörenden Mittelmeerinsel Lampedusa, im kenianischen Dadaab mit dem größten Flüchtlingslager der Welt, in Manila auf den Philippinen oder im Flüchtlingscamp von Port-au-Prince auf Haiti. Daneben fällt der Blick auf zahlreiche Fotos mit verlassenen Grenzposten, an denen früher mal Flüchtlingsströme vorbeizogen. Und im Zeitungsständer des Hotels liegt das Flüchtlingsmagazin “Heimfocus“ aus.

Die ungewöhnliche Herberge in Augsburgs „Springergässchen Nummer 5“ mitten im Domviertel verdankt sich einer erst zwei Jahre zurückliegenden Notsituation. Damals standen die Räumlichkeiten des Altenheims leer. Zugleich suchten Künstler nach Raum für ihre Ateliers. Schließlich fehlten Unterkünfte für Asylbewerber. „Warum nicht alles unter einem Dach?“, fragten sich die Verantwortlichen. Eigentlich unglaublich, dass seitdem viele Menschen mitgewirkt haben und aus dieser Idee das „Grandhotel Cosmopolis“ geworden ist! Heute leben hier Künstler, Asylbewerber und Hotelgäste miteinander.

Der Name des Hotels ist Programm: Mit „Grandhotel“ erinnern die Betreiber an die große Kultur der alten Hotels. Menschen fanden an solchen Orten eine fast familiäre Aufnahme. „Cosmopolis“ bedeutet, dass hier Menschen aus aller Welt unterkommen, auch unabhängig davon, wie viel Geld sie bezahlen können.

Im August dieses Jahres konnten die ersten Asylbewerber in das Hotel einziehen. In den Ateliers sind Künstler bereits bei der Arbeit. Seit Oktober können gewöhnliche Hotelgäste hier in Einzel- und Mehrbettzimmern übernachten. Übrigens: hier heißen Sie „Menschen ohne Asyl“. Und den Preis können sie selbst festlegen. Bis alles fertig ist, sollen noch ein Restaurant und eine Galerie dazukommen. Auch weitere Zimmer für Gäste ohne Asyl sind noch nicht bezugsfertig. Die sollen von den Künstlern gestaltet werden, die im „Grandhotel“ ihr Atelier haben. Jedes Zimmer soll eine besondere Note bekommen. Kein Zimmer wird wie das andere aussehen. Schließlich sieht ja auch kein Mensch wie der andere aus!

Mich beeindruckt es immer wieder neu, dass wache Menschen in Augsburg solch einen Ort der Gastfreundschaft eingerichtet haben. Weihnachtlich finde ich diesen Ort. Denn hier zählt jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit. Jeder Mensch ist willkommen.

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