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Kirche in WDR 4 | 07.04.2014 | 08:55 Uhr

"Von Hoffnungslosigkeit befreien"

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer

die Arbeitswoche beginnt, und viele von Ihnen werden heute da weitermachen, wo Sie vor dem Wochenende aufgehört hatten. Vielleicht fangen Sie sogar genau wieder dasselbe an, was auf dem Programm der vergangenen Woche stand. Weil es der Arbeitsrhythmus so will. Weil das Projekt vielleicht gescheitert ist und alles wieder von vorne gedacht und gemacht werden muss. Das kann einen auch mürbe machen. Immer wieder neu anfangen – eigentlich hört es nie auf. Wie bei Sisyphos. Sie kennen die Geschichte dieser Sagengestalt aus der Antike?. Weil Sisyphos die Götter beleidigt hat, wird er bestraft, und zwar muss er einen schweren Stein auf einen Berg wälzen. Sobald er das geschafft hat und der Stein oben ist, rollt der Stein runter und Sisyphos muss mit seiner Arbeit wieder neu beginnen. Und das immer wieder ohne Ende.

Vielen Menschen geht es ähnlich. Sie planen, arbeiten, strengen sich an, und dann geht alles schief. Wer sich dann trotzdem nicht unterkriegen lässt, und noch mal neu anfängt, braucht Kraft. Aber woher nimmt er die?

Ich kenne eine Schulklasse, in der wurde über dieses Thema diskutiert, und es war dann auch von Sisyphos die Rede. Die Schüler und Schülerinnen bekamen die Aufgabe, den Mythos von Sisyphos mit eigenen Erfahrungen zusammen zu bringen und das Ganze dann bildlich darzustellen. Einer der Schüler hat das so gemacht: Er hat Zeitungsausschnitte gesammelt, auf denen von Kriegen und Terroranschlägen berichtet wird. Dann hat er diese Ausschnitte zu einem Berg zusammengeklebt und darauf Sisyphos mit dem Stein gemalt. Auf dem Stein steht ganz groß das Wort Frieden.

Es ist klar, was dieser Schüler meint: Immer wieder versuchen wir, unsere Welt ein bisschen zu verbessern. Wir wollen Frieden schaffen und unsere Ideale von Gerechtigkeit und Freiheit verwirklichen. Aber was kommt dabei raus? Ein Misserfolg nach dem anderen. Und da ist es dann auch kein Wunder, wenn gerade junge Menschen fragen: Warum sollen wir uns überhaupt noch engagieren, wenn doch immer wieder alles vergeblich ist und den Bach runter geht?

Wenn ich mit Jugendlichen über solche Fragen spreche, erzähle ich gern von Männern und Frauen, die trotz aller Rückschläge erreicht haben, was sie erreichen wollten. Junge Erwachsene zum Beispiel, die trotz schlechter Bedingungen ihren Berufswunsch durchgesetzt haben; oder Eltern, die bei der Erziehung ihrer Kinder oft nicht mehr weiter wussten und dann doch, oft nach langer Zeit, Erfolge sehen konnten. Oder auch Kranke, die trotz schlechter Prognosen ihre Krankheit besiegt haben.

Denn es stimmt, was mal jemand gesagt hat: „Die Veränderung zum Guten kann nur von denen kommen, die ihre Hoffnungen nicht aufgeben.“

Ich erzähle dann auch von Jesus von Nazareth und vergleiche ihn mit Sisyphos. Die Botschaft des Sisyphos lautet ja: Es gibt keine Hoffnung, und alle Anstrengung ist letztlich sinnlos. Jesus sagt das Gegenteil: Gebt eure Hoffnung niemals auf, denn Gott steht an eurer Seite, und darum hat all eure Anstrengung einen Sinn.

Die Kraft, die von dieser Botschaft ausgeht, wünsche ich Ihnen für diese Woche, Ihr Pfarrer Wolfgang Dembski aus Dortmund.

Bildrechte: Maik Meid CC BY-SA 2.0 (flickr)

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