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Kirche in WDR 3 | 26.09.2015 | 07:50 Uhr

Von Zeichen am Weg

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Es war an einem warmen Sommertag, als ich auf einen Bücherflohmarkt

besuchte. Bücher aller Sorten und Größen lagen auf Tapeziertischen,

luden zum Stöbern ein. Am Wegrand gab es sogenannte Wühlkartons, in denen

Bücher völlig ungeordnet und ziemlich zerlesen durcheinanderflogen.

In einem Wühlkarton entdeckte ich ein Taschenbuch, dessen Titel mich lockte.

Es hieß Zeichen am Weg.

Ich setzte mich auf einen Baumstumpf in der Wiese und begann zu lesen.

Ich las von einem Menschen, der sich auf die Suche nach Gott begeben hatte.

Nach außen war er ein diplomatischer Politiker, stand als UN-Generalsekretär im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Was niemand wusste, war sein inneres Ringen um eine persönliche Beziehung zu Gott. Das war seine stille Seite, seine geheime und einsame Seite. Davon hat der schwedische Politiker Dag Hammarskjöld in seinem Tagebuch geschrieben.

Nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz in Afrika fand ein Freund einen undatierten Brief, in dem Hammarskjöld seine religiösen Notizen in die Hände dieses Freundes legte. Wenn du findest, dass sie verdienen gedruckt zu werden, so gib sie heraus, stand in diesem Brief.

Und der Freund entschloss sich, das Tagebuch zu veröffentlichen.

Nun hielt ich die deutsche Übersetzung in meinen Händen: Zeichen am Weg.

Beim Lesen wurde mir schnell klar, dass es genau darum in den Gedichten, Gedanken und Gebeten geht: um Zeichen im Alltag, die für Hammarskjöld nicht banale Zufälligkeiten waren, sondern in Verbindung zum lebendigen Gott standen.

Dag Hammerskjöld war ein fragender Mensch. Ein suchender Mensch.

Ihm genügten nicht die Antworten, die das Leben im Fortschritts- und Konsumdenken bereithält. Dag Hammerskjöld forschte tiefer. Er las in der Bibel, in geistlichen Büchern, orientierte sich an Jesus, stellte seinen Alltag, sein politisches Handeln unter Gottes Führung. In einem seiner Texte fand ich die Erkenntnis: Gott braucht deinen Einsatz für seine Welt.

Ich stand auf, verstaute das Büchlein in meiner Tasche.

Irgendwie spürte ich, dass es wohl ein Zeichen auf meinem Weg für mich sein könnte.

Zuhause vertiefte ich mich weiter hinein.

Ich las, dass sich Hammerskjöld fast jeden Tag eine Aus-Zeit für Gott nahm

und wenn es nur ein paar Minuten waren.

In dieser Zeit vertraute er seinen Alltag Gott an und suchte die Stille, um auf Gott hören zu können. Innerlich lauschen, nannte er diese Haltung.

Dag Hammerskjöld ist seinen eigenen inneren Weg gegangen.

Dieser Weg stärkte ihn und gab ihm festen Boden in seinem mutigen Einsatz

für Frieden auf der Welt.

Wer sich Gott überlassen hat, der steht den Menschen frei gegenüber,

notierte er in seinem Tagebuch und gibt uns folgendes Gebet heute

mit auf den Weg:

Sprecher:

Gott,

möge sich alles in mir zu Deiner Ehre wenden

und möge ich nie verzweifeln.

Denn ich bin unter Deiner Hand,

und alle Kraft und Liebe sind in Dir.

Aus Coesfeld wünscht Ihnen einen guten Tag

Petra Fietzek

Copyright Vorschaubild: Frank Bürger CCBY-SA 2.0 flickr

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